Mein erstes technisches Projekt in der Ausbildung

17 April, 2026

Ridwan Shobayo-Eniola
Ridwan Shobayo-Eniola
Junior Developer

Ridwan, Spitzname "Rid", startete seine Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung am 01.09.2025 bei Icinga. Im ersten Lehrjahr erwarten ihn allgemeine Grundlagen zum Kennenlernen moderner Webtechnologien, Programmierung und Software-Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Zu seinen Hobbys gehören: Projekte aufbauen, Schmuck basteln, Programmieren & Webseiten entwickeln, kreative Inhalte erstellen (Designs, Instagram, Manhwa-Ebooks), Sport & Fitness (Krafttraining, Cardio, Kampfsport), Persönliche Weiterentwicklung, Lesen und Lernen über Unternehmertum, Finanzen, Geschichte und Kultur.

von | Apr. 17, 2026

Der Start: Viel Neues auf einmal

Wenn man eine Ausbildung im IT-Bereich beginnt, weiß man theoretisch, dass vielen neuen Themen auf einen zukommen. In der Praxis fühlt es sich aber oft noch einmal ganz anders an. Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, etwas in Lernzeiten zu verstehen oder eine kleine Aufgabe zu lösen, sondern darum, sich in echte Abläufe, Tools und Denkweisen einzuarbeiten.

Genau das habe ich bei meinem ersten technischen Projekt in der Ausbildung gemerkt.

Bei diesem ersten technischen Projekt handelte es sich konkret um das Squid Proxy Projekt auf CentOS in einer OpenStack-Umgebung. Ziel war es, einen sicheren Forward-Proxy bereitzustellen, der unter anderem Caching, Zugriffskontrollen und Inhaltsfilterung ermöglicht. Optional spielte auch HTTPS-Handling über SSL-Bump eine Rolle, während Themen wie LDAP-Anbindung im späteren Verlauf teilweise nicht mehr erforderlich waren. Dadurch war das Projekt sehr praxisnah und hat viele Bereiche aus Netzwerktechnik, Linux-Administration und Sicherheit kombiniert.

Am Anfang war für mich vor allem eines spürbar: Es gibt viele bewegliche Teile gleichzeitig. Man beschäftigt sich nicht nur mit Code, sondern auch mit Dokumentation, Fehleranalyse und der Frage, wie man ein Problem überhaupt sauber angeht. Das war anfangs herausfordernd, aber genau das macht den Einstieg für mich auch spannend.


Technik ist mehr als nur Code zu schreiben

Vor der Ausbildung stellt man sich technische Arbeit oft so vor: Man bekommt eine Aufgabe, schreibt Code, testet kurz und ist fertig. In der Realität gehört aber viel mehr dazu.

Genau diese Komplexität habe ich besonders im Squid Proxy Projekt gemerkt, weil dort nicht nur Code, sondern vor allem Netzwerkkonfiguration, Security-Regeln und Systemverständnis entscheidend waren.

Ich habe schnell gemerkt, dass Softwareentwicklung nicht einfach nur aus Programmieren besteht. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Dinge zuerst richtig zu verstehen. Was genau soll eigentlich umgesetzt werden? Wie ist das Projekt aufgebaut? Welche Komponenten greifen ineinander? Wo könnte ein Fehler entstehen? Und wie dokumentiert man so, dass andere später nachvollziehen können, was man gemacht hat?

Gerade am Anfang ist es leicht, sich von der Menge an Informationen überwältigt zu fühlen. Neue Begriffe, neue Werkzeuge, neue Abläufe xund alles scheint miteinander verbunden zu sein. Mir hat dabei geholfen, die Dinge nicht als einen riesigen Block zu sehen, sondern Schritt für Schritt zu zerlegen. Sobald man anfängt, einzelne Teile zu verstehen, wird auch das Gesamtbild klarer.

Mein wichtigstes Learning: Erst verstehen, dann handeln

Gerade, wenn man neu ist, ist der erste Impuls oft: schnell etwas ändern, schnell etwas ausprobieren, schnell eine Lösung finden.

Ich habe aber gemerkt, dass man damit manchmal eher Umwege produziert.

Viel hilfreicher war es, mir zuerst Fragen zu stellen:

  • Was passiert hier eigentlich genau?
  • Was ist das Ziel?
  • Welcher Teil funktioniert schon und welcher nicht?
  • Liegt das Problem wirklich dort, wo ich es zuerst vermute?

Diese gedankliche Erfahrung hat mir geholfen, ruhiger und sauberer zu arbeiten. Es spart zwar nicht immer sofort Zeit, aber es verhindert viele unnötige Fehler. Besonders in technischen Projekten ist das ein großer Unterschied: Nicht die schnellste Änderung ist automatisch die beste, sondern oft die am besten verstandene.

Debugging gehört dazu und ist kein Zeichen von Schwäche

Ein weiterer Punkt, den ich in meinem ersten Projekt gelernt habe: Debugging ist kein Mangel an Kenntnissen, sondern ein ganz normaler Teil der Arbeit.

Am Anfang fühlt es sich manchmal frustrierend an, wenn etwas nicht so funktioniert wie gedacht. Man liest denselben Abschnitt mehrfach, testet verschiedene Ansätze und fragt sich, warum eine scheinbar kleine Sache plötzlich Zeit kostet. Aber genau in diesen Momenten lernt man oft am meisten.

Ich habe dabei verstanden, dass Fehler nicht bedeuten, dass man ungeeignet ist oder etwas grundsätzlich nicht kann. Sie sind oft einfach ein Zeichen dafür, dass man gerade an einer echten technischen Fragestellung arbeitet. Entscheidend ist dann nicht, ob sofort alles klappt, sondern wie man mit dem Problem umgeht.

Hilfreich war für mich dabei vor allem:

  • das Problem in kleine Teile zu zerlegen
  • Änderungen bewusst und nicht chaotisch vorzunehmen
  • Ergebnisse zu prüfen, statt nur zu hoffen
  • geduldig zu bleiben, wenn die Lösung nicht sofort sichtbar ist

Mit der Zeit merkt man: Debugging ist nicht nur Fehlersuche. Es ist auch ein Weg, ein System wirklich besser zu verstehen.

Hohe Qualität der Dokumentation

Ein Punkt, den ich früher wahrscheinlich unterschätzt hätte, ist die Bedeutung von Dokumentation. Wenn man selbst mitten in einer Aufgabe steckt, denkt man schnell: Hauptsache, es funktioniert. Aber in einer echten Arbeitsumgebung reicht das nicht aus.

Dokumentation sorgt dafür, dass Arbeit nachvollziehbar bleibt. Sie hilft anderen und vor allem dem eigenen zukünftigen Ich. Gerade wenn man später auf einen Schritt, eine Entscheidung oder eine Konfiguration zurückblicken muss, merkt man schnell, wie wertvoll saubere Notizen und klare Beschreibungen sind.

Was mir beim Lernen wirklich hilft

In der Ausbildung lernt man ständig neue Dinge. Dabei habe ich für mich gemerkt, dass nicht jede Lernmethode gleich gut funktioniert. Was mir besonders hilft, ist ein Mix aus drei Dingen:

1. Erst Überblick, dann Details

Wenn ich sofort zu tief in ein Thema springe, verliere ich eher den roten Faden. Viel besser funktioniert es für mich, zuerst das große Bild zu verstehen und dann die einzelnen Teile genauer anzuschauen.

2. Dinge selbst ausprobieren

Technische Themen bleiben bei mir viel besser hängen, wenn ich sie sowohl lese als auch selbst teste. Erst beim Anwenden merkt man oft, wo noch Verständnislücken sind.

3. Fragen stellen

Gerade am Anfang kann man natürlich nicht alles wissen, dass Fragen kein Zeichen von Unsicherheit sind, sondern ein normaler Teil des Lernprozesses. Wichtig ist nur, dass man sich vorher selbst Gedanken macht und dann gezielt nachfragt.

Was mich an der Ausbildung motiviert

Trotz aller Herausforderungen merke ich, dass genau diese Mischung aus Denken, Ausprobieren und Weiterlernen für mich einen großen Reiz hat. Es ist motivierend zu sehen, dass Dinge, die am Anfang kompliziert wirken, nach und nach greifbarer werden.

Besonders spannend finde ich, dass man in technischen Projekten nicht nur Wissen ansammelt, sondern auch eine bestimmte Art zu denken entwickelt. Man lernt, strukturiert an Probleme heranzugehen, Zusammenhänge zu erkennen und Lösungen nachvollziehbar aufzubauen. Diese Entwicklung merkt man oft nicht von heute auf morgen, aber sie passiert.

Und genau das gefällt mir an der Ausbildung: Man wächst nicht nur fachlich, sondern auch in der eigenen Arbeitsweise.

Mein Fazit nach dem ersten technischen Projekt

Mein erstes technisches Projekt in der Ausbildung hat mir vor allem gezeigt, dass Lernen in der Praxis anders aussieht als reine Theorie. Es ist direkter, manchmal fordernder, aber auch deutlich nachhaltiger. Man merkt schneller, wo man noch Lücken hat, aber eben auch, wo man Fortschritte macht.

Ich habe dabei gelernt, dass sauberes Verstehen, geduldiges Debugging, strukturiertes Arbeiten und gute Dokumentation wesentlicher Teil technischer Arbeiten sind.

Natürlich bin ich noch am Anfang, nicht ganz am Anfang, aber nicht desto trotz habe noch viel zu lernen. Aber genau das ist für mich ein guter Teil der Ausbildung: nicht alles sofort zu können, sondern Schritt für Schritt sicherer zu werden.

Ich bin gespannt, welche technischen Herausforderungen noch kommen und was ich aus den nächsten Projekten mitnehmen werde.

Events

Professional Services

Web Services

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wie hat Dir unser Artikel gefallen?