Im Rahmen unserer Ausbildungsveranstaltung „Unternehmenskultur und -ethik“ haben wir Azubis uns damit beschäftigt, was NETWAYS eigentlich ausmacht – jenseits von Open Source Technologien. Es ging um Werte, Kommunikationsmöglichkeiten, Verantwortung und darum, wie sich all das ganz konkret im Alltag zeigt.
In diesem Beitrag möchte ich ein paar Einblicke aus der Schulung teilen: Welche Themen wir besprochen haben, welche Texte und Beispiele uns vorgezeigt wurde und was ich persönlich daraus mitnahm.
Unternehmenskultur fängt im Kleinen an
Ein Thema, das mir im Kopf geblieben ist, war der Blogpost „Bernd hilft: Warum wechselt niemand das Klopapier?„.
Auf den ersten Blick wirkt das wie eine witzige Zeile – aber dahinter steckt ein wichtiger Punkt: Unternehmenskultur zeigt sich auch in kleineren Sachen.
- Räumt jemand die Spülmaschine ein – oder lässt man es „den anderen“ machen?
- Wechselt jemand das Klopapier – oder hofft jeder, dass es schon wer anders übernimmt?
- Fühle ich mich verantwortlich für meinen Arbeitsplatz und mein Umfeld – oder nur für meine To Do-Liste?
Für uns Azubis war das ein sehr greifbares Beispiel: Wenn alle „nur mitmeinen“, aber niemand handelt, passiert nichts. Unternehmenskultur heißt, dass wir Verantwortung ernst nehmen – auch da, wo es keiner sieht.
Fehlerkultur: Ohne Fehler keine Innovation
Ein weiteres Thema war der Beitrag „Fehlerkultur: Das Fundament für Innovation„.
Gerade in der IT passieren Fehler zwangsläufig: falsche Configs, vergessene Semikolons, kaputte Deployments, ein sogenanntes „ich komm nicht mehr weiter Phänomen“. Spannend ist aber die Frage nachher: Wie gehen wir damit um?
In der Veranstaltung haben wir darüber gesprochen, dass man in einer gesunden Fehlerkultur:
- Fehler nicht versteckt, sondern offen anspricht
- nicht nach „Schuldigen“, sondern nach Ursachen und Lösungen sucht
- Menschen motiviert, Neues auszuprobieren, statt aus Angst vor Fehlern nicht daran zubleiben.
Als Azubi ist das besonders beruhigend: Ich werde Fehler machen. Entscheidend ist, dass ich daraus lerne, Hilfe holen darf und wir gemeinsam besser werden, statt dass jemand den Finger hebt und sagt: „Wer war das?“
Wie politisch darf, soll oder muss eine Firma sein?
Mit Hinweisen zu dem Blogpost „Wie politisch darf, soll oder muss eine Firma sein?“ haben wir darüber gesprochen, dass Unternehmen nicht in einem luftleeren Raum existieren. Auch NETWAYS positioniert sich – zum Beispiel klar gegen rechte Parteien wie AfD und NPD, wie es u.A. auch im Code of Conduct der OSMC festgehalten ist.
Für uns heißt das konkret:
- Neutralität ist nicht immer neutral – manchmal bedeutet „keine Position beziehen“ auch, problematische Dinge laufen zu lassen.
- Eine Firma kann und sollte Werte haben, die über reines Business hinausgehen: demokratische Grundordnung, Diversität, Respekt.
- Diese Haltung zeigt sich in der Zusammenarbeit mit Kund:innen und Partner:innen, aber auch intern im Umgang miteinander.
Mir ist dabei bewusst geworden: Wenn ich hier arbeite, vertrete ich diese Werte mit – nach außen und innen.
Sprache formt Kultur: Gendern & inklusive Formulierungen
Ein zentraler Baustein war das interne Dokument zum Gendern.
Diversität ist einer der Unternehmenswerte von NETWAYS, und das spiegelt sich bewusst in der Sprache wider. Statt nur das generische Maskulinum zu verwenden, arbeiten wir mit Formen wie:
- Mitarbeiter:innen, Entwickler:innen, Trainer:innen
- genderneutrale Formen wie Mitarbeitende, Lehrende, Beschäftigte
- inklusiven Anreden wie „Liebe Beschäftigte“ oder „Sehr geehrtes Team …“
In der Veranstaltung haben wir darüber geredet, warum das nicht „nur eine Schreibweise“ ist, sondern ein Signal: Wer wird mitgedacht und wer nicht?
Ethik im Tech-Alltag: Lizenzen, Tools & Sicherheit
Unternehmenskultur und Ethik sind nicht nur „Soft-Themen“. Wir haben uns auch sehr praktische Beispiele angeschaut:
- Freie und Open-Source-Software-Lizenzen
Über die Übersicht auf Wikipedia haben wir uns informiert, wie sich verschiedene Lizenzen (z.B. GPL, MIT, Apache) unterscheiden und was das für Unternehmen bedeutet. Die Wahl einer Lizenz ist immer auch eine ethische Entscheidung: Wie frei sollen andere unsere Software nutzen, verändern und weitergeben dürfen? - GitHub Repository Settings & Features
Anhand der GitHub-Dokumentation haben wir uns selber informiert, wie man ein Repository so konfiguriert, dass es transparent, sicher und kollaborativ ist: z.B. Branch-Protektion, Review-Workflows, Security-Features. Auch das ist Teil der Unternehmenskultur: Wie gehen wir mit Code, Verantwortung und Zusammenarbeit um? - Evaluierung eines neuen Passwort-Tools
Im internen Docs zur Evaluation eines Passwort-Tools wurde deutlich, dass Sicherheit, Usability und Datenschutz zusammen gedacht werden müssen. Ein Tool ist nicht nur „praktisch“ oder „nervig“ sondern es schützt reale Daten von Menschen.
Die Frage ist also: Treffen wir Entscheidungen, weil sie bequem sind – oder weil sie verantwortungsvoll sind?
Insgesamt wurde mir klar: Ethik in der IT ist nicht abstrakt. Sie steckt in unseren Entscheidungen – welche Tools wir einsetzen, wie wir Code veröffentlichen, wie ernst wir Security nehmen.
Code of Conduct: Werte schwarz auf weiß
Zum Schluss haben wir uns den OSMC Code of Conduct angeschaut. Dort steht sehr klar, was auf NETWAYS-Events (und darüber hinaus) nicht toleriert wird: keine Belästigung, kein diskriminierendes Verhalten, kein Raum für menschenfeindliche Ideologien.
Wichtig fand ich vor allem zwei Dinge:
- Es geht nicht nur darum, „nichts Schlimmes zu tun“, sondern aktiv eine Umgebung zu schaffen, in der sich alle sicher fühlen können.
- Der Code of Conduct ist kein Deko-Dokument – die NETWAYS Event Services GmbH behält sich vor, Konsequenzen zu ziehen, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält.
Für mich machen die Werte sehr greifbar, dass Respekt, Vielfalt und eine klare Haltung nicht verhandelbar sind.
Was ich als Azubi mitnehme
Die Veranstaltung hat mir viel beigebracht. Vor allem sind mir aber drei Dinge besonders hängen geblieben:
- Kultur zeigt sich im Alltag
Ob Klopapier, Spülmaschine oder Code-Review: Wie wir uns verhalten, sagt mehr über uns aus als jedes Leitbild. - Fehler sind erlaubt, aber nicht zu ignorieren
Eine gute Fehlerkultur bedeutet für mich: Ich darf Fragen stellen, Fehler offen ansprechen und daraus lernen. Das schafft Vertrauen und macht Innovation erst möglich. - Werte sind Teil des Jobs
Inklusives Gendern, klare politische Haltung, verantwortungsvoller Umgang mit Open Source, Security und Events – all das gehört zur Arbeit dazu. Nicht „on top“, sondern mittendrin.
Als neuer Azubi gibt mir das ein gutes Gefühl, dass ich nicht nur in einer technischen Umgebung gelandet bin, sondern in einem Umfeld, in dem Menschen, Werte und Verantwortung eine zentrale Rolle spielen.
Und ja – das nächste Mal wechsle ich das Klopapier garantiert. 😉


























0 Kommentare