Girls’Day 2025 bei NETWAYS

9 April, 2025

Lucy Siemer
Lucy Siemer
Consultant

Lucy ist seit Mai 2023 bei NETWAYS als Consultant tätig, nachdem sie im Jahr 2022 ihre Ausbildung zur Fachinformatikerin für Systemintegration erfolgreich abgeschlossen hat. Ihre Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Kubernetes, Infrastructure as Code und Monitoring. Neben ihrer Arbeit bei NETWAYS betreut Lucy auch privat ihre eigene Infrastruktur auf Kubernetes. Darüber hinaus ist sie leidenschaftlich daran interessiert, eigene Kleider zu nähen und individuelle Designs zu kreieren.

von | Apr. 9, 2025

Wusstest du, dass „Computer“ im 17. Jahrhundert ein Frauenberuf war? Hast du schon einmal von Ada Lovelace gehört? Oder von den Frauen im ENIAC-Team, deren Leistungen erst 50 Jahre später anerkannt wurden?1
Frauen waren schon immer wichtiger Bestandteil der Informatik, trotzdem wird Informatik heute als „Männerberuf“ angesehen – Statista schreibt: „Im Wintersemester 2023/2024 waren in Deutschland insgesamt 146.170 Studierende im Fach Informatik eingeschrieben, davon waren 28.572 weiblich.“2 – das sind weniger als 20%.
Auch in meiner Ausbildung, die ich im Jahr 2019 gestartet habe, waren wir 2 Frauen in meiner 29-Personen Berufsschulklasse. Als Consultant sehe ich viele IT-Teams in vielen unterschiedlichen Unternehmen und habe leider relativ selten mit Frauen zu tun.

Doch das ändert sich zunehmend. Damit sich das Ändern kann, braucht es die Sichtbarkeit von Informatik bei jungen Frauen und Mädchen. Ich persönlich bin in den Beruf gegangen, weil ich schon immer mit Informatik zu tun hatte. Für mich gab es nie einen Plan B. Diese Sichtbarkeit hat nicht jeder, und um sie zu schaffen, haben wir uns dieses Jahr beim Girls’Day engagiert!

Wir haben 5 junge Mädchen zu uns eingeladen, um die Informatik kennenzulernen. Mitten in unserem Büro, zwischen dem Gewusel der Kolleg*Innen, haben meine Kolleginnen Janina und Jolien ihnen gezeigt, wo überall Informatik drin steckt. Im Computer (offensichtlich), Smartphone und Tablet, aber auch im Aufzug und in der Ampelschaltung (weniger offensichtlich). Ein Leben ohne Informatik ist für uns, und vor allem für die jungen Menschen, gar nicht mehr vorstellbar.
Auch die Geschichte der Informatik fanden die Mädchen sehr spannend. Ich habe natürlich von Ada Lovelace geschwärmt und wir haben ein bisschen erzählt, woher Informatik und Programmieren kommt.

Damit das alles nicht zu langweilig und theoretisch wird, hat mein Kollege André uns Server mitgebracht, die er mit den Mädchen auseinander gebaut hat. Die CPU wurde ganz vorsichtig angefasst und bestaunt. Nach einer kurzen Erklärung, was die ganzen Komponenten sind und was sie machen, durften die Mädchen RAM Riegel aus und wieder einbauen. Als André gefragt hat, ob jemand einen RAM Riegel behalten möchte, gingen 5 Hände in die Höhe.

Im Rechenzentrum haben wir dann eingebaute Server bestaunt. Blinkende Lichter und eine laute Klimaanlage haben viele Fragen herbeigeführt, die enthusiastisch gestellt und beantwortet wurden.

Nach der Pizzapause durfte ich den Mädchen dann das Programmieren zeigen. Wir hatten Raspberry PIs vorbereitet, auf denen wir gemeinsam ein kleines Pythonscript erarbeitet haben – aber erst mussten wir lernen, was eine Shell ist und wie man sich darauf bewegt. Wir haben ein kleines Programm gebaut, welches Wetterdaten aus dem Internet abfragt und uns sagt, ob wir eine Jacke anziehen sollten oder ein T-shirt reicht. Im nächsten Schritt haben wir dann nach mehreren Städten gefragt – Variablen, Schleifen, If-Else Verzweigungen – die wichtigsten Konzepte der Programmierung waren dabei.


Als die Mädchen dann angefangen haben, ihre IF-Bedingungen umzudrehen, weitere else-if-Bedingungen einzubauen und das alles mit Hart-codierten Variablen durchzutesten, ging mir wirklich das Herz auf. Es gibt fast nichts Schöneres, als jungen Leuten die eigene Leidenschaft weiterzugeben.

Und als wir dann meinten, dass sie die PIs mit nach Hause nehmen können und wir weitere Knobelaufgaben für sie vorbereitet haben, habe ich die Freude im Raum förmlich gespürt.

Alles in allem war der Girls’Day (hoffentlich nicht nur für mich) ein voller Erfolg. Und selbst wenn die anwesenden Mädchen in der Zukunft nicht in die Informatik gehen, haben wir hoffentlich ein Bild hinterlassen, das positiv ist. Und ich hoffe, dass sie noch lange an diesen Tag zurückdenken werden. Ich werde es definitiv. Und ich bin nächstes Jahr wieder dabei.

  1. Die Geschichte der ENIAC-Frauen, Ulrike Scheibler in Informatik Aktuell (Magazin) ↩︎
  2. Anzahl der Studierenden im Fach Informatik in Deutschland nach Geschlecht in den Wintersemestern von 1998/1999 bis 2023/2024, Statista ↩︎

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