Mailcow – Der Mailserver mit dem ‚moo‘

27 Dezember, 2019

Tobias Redel
Tobias Redel
CEO Professional Services

Tobias Redel ist der CEO von NETWAYS Professional Services, einer Firma die auf Open Source für das Datacenter spezialisiert ist. Er arbeitet seit mehr als 20 Jahren in diesem Bereich und kümmert sich zusammen mit dem Team von NETWAYS um die Beratung und Umsetzung von Lösungen für Firmen jeder Größenordnung. Mit seiner langen Berufserfahrung war Tobias bereits als Systems Engineer, Development Engineer und Consultant tätig und kennt daher sehr viele Facetten der Enterprise IT.

von | Dez. 27, 2019

Genau genommen ist Mailcow eine „mailserver suite“ und nicht nur ein normaler Mailserver. Mailcow basiert auf vielen Einzeltools, die bei einem heutigen Mailserver „State of the art“ sind, aber schön und simpel verpackt. Dadurch ist es möglich, schnell und unkompliziert einen adäquaten Mailserver zu betreiben, ohne sich vorher tagelang mit den einzelnen Tools auseinandersetzen oder How-tos googeln zu müssen.

 

Die Mailcow besteht unter anderem aus:

  • Postfix – Mail Transfer Agent
  • Dovecot – Mail Delivery Agent
  • MariaDB – zur Haltung verschiedenster Daten und Einstellungen
  • PHP – klar, braucht man irgendwie immer 😉
  • Nginx – Webserver
  • Unbound – DNS resolver
  • SOGo – Groupware
  • Rspamd – SPAM Filter
  • ClamAV – AntiVirus

Aus diesen Tools zaubert die Mailcow einen Funktionsumfang, der sich sehen lassen kann.

Die Highlights:

  • Hosting mehrerer Domains und Postfächer und Aliase
  • Wildcard-Postfächer (z. B. *@mydomain.com als Umleitung auf sammelpostfach@mydomain.com)
  • Rate Limits pro User und/oder Domain (z. B. Messages pro Sekunde / Minuten / Stunde)
  • Black- und Whitelisting von Domains und/oder E-Mail-Adressen
  • DKIM und ARC Support
  • SPAM Score Management (Reject, als SPAM markieren, Graylisting)
  • Zweifaktor-Auth (z. B. Yubikey OTP, U2F USB, TOTP)
  • AntiVirus

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Updates reibungslos laufen und durch die Admin-GUI sehr viel und einfach konfiguriert werden kann. Die SOGo Groupware verrichtet problemlos ihren Dienst für mehrere (auch unbedarfte) Nutzer und bei SPAM lassen sich dank der Rspamd GUI endlich vernünftige Rückschlüsse auf das Innere des SPAM-Filters werfen.

Solltet ihr auf den Geschmack gekommen sein, kann ich euch die Mailcow wärmstens empfehlen. Die dazugehörige Docker-Repo findet ihr unter https://github.com/mailcow/mailcow-dockerized. Die Dokumentation liegt unter https://mailcow.github.io/mailcow-dockerized-docs.

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2 Kommentare

  1. Michael Worth

    Unglaublich, dass sich jemand so einen Scheiß installiert, anstatt seine Maildienste selbst vernünftig einzurichten. Klar, passt irgendwie zur Fire-and-forget-Menthalität der Leute, die von nichts ’ne Ahnung haben, zu faul zum lernen, aber unbedingt irgendwo für 5,50 € einen Vserver mieten müssen. Aber wer sowas in einer Produktionsumgebung einsetzt, dem gehören die Hammelbeine lang gezogen.

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  2. Julian Petri

    Im Gegenteil, Herr Worth! Es is gut, dass es solche Pakete gibt, damit nicht jeder ITler jeder Firma selber einen Mailserver mit allen Konfigurationsdateien selber aufsetzen muss, dabei zig Fehler macht, weil man sich nunmal nicht mit allem auskennen kann, und dann ein super unsicheres und unzuverlässiges System hat, so wie es bei abertausenden Firmen der Fall ist, die dann irgendwann wegen unrechtmäßig abgeflossenen Daten Schlagzeilen machen.

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