Im dritten Quartal ging es im Icinga-Ökosystem vor allem um Sicherheit. Icinga Web 2.14 bringt die Basis für Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passwort-Regeln. Icinga 2 schließt zwei weitere Lücken. Der Director 1.12 unterstützt jetzt auch Dictionaries in Custom Variables. Dazu kommen Beiträge zu Prometheus, Podman und dem Vergleich mit Checkmk. Die Neuigkeiten von Juli bis September im Überblick:
Icinga 2: Regression behoben, zwei Lücken geschlossen
Anfang Juli sind Icinga 2 v2.16.3, v2.15.5 und v2.14.10 erschienen. Sie beheben eine Regression aus den Security-Releases im Juni, durch die Json.decode() plötzlich ein zweites Argument verlangte. Wer v2.16.2, v2.15.4 oder v2.14.9 einsetzt, sollte auf die neuen Patch-Releases wechseln.
Mitte August folgten v2.16.5 und v2.15.6 mit zwei Security-Fixes. Die erste Lücke erlaubte API-Usern, Objektdaten ohne passende Berechtigung auszulesen. Über die zweite konnte ein kompromittierter Node den Speicher eines anderen mit übergroßen Nachrichten füllen. Verbindungen aus untergeordneten Zonen sind deshalb jetzt auf 16 MiB pro Nachricht begrenzt.
Icinga Web: 2FA, Passwort-Regeln und SSO
Am 3. Juli ist Icinga Web 2.14 erschienen. Die Version bringt eine neue Schnittstelle für Zwei-Faktor-Authentifizierung, konfigurierbare Passwort-Regeln und einen dynamisch erzeugten Content-Security-Policy-Header. Wer noch 2.12.x oder 2.13.x nutzt, sollte zügig auf 2.12.7 bzw. 2.13.1 aktualisieren. Beide Versionen schließen eine Open-Redirect-Lücke.
Darauf setzen zwei neue Funktionen auf. Icinga TOTP Web 1.0.0 bringt zeitbasierte Einmalpasswörter: Nach der Einrichtung gibt man bei jedem Login einen sechsstelligen Code ein. Mit den Passwort-Regeln legen Admins fest, welche Anforderungen ein Passwort erfüllen muss. Vorlagen nach BSI und PCI-DSS sind schon dabei.
Wie man das SSO-Modul per OpenID Connect an einen Identity Provider anbindet, zeigt Alexander Klimov im SSO-Walkthrough am Beispiel von GitLab. Alle drei Funktionen führt das Webinar Security in Icinga Web vor.
Director: CLI-Befehle, Dictionaries und GPLv3
Im August hat Director 1.11.6 die CLI erweitert, unter anderem um gezielte Health Checks und das Löschen von Sync-Regeln und Import-Quellen.
Ende September folgte Director 1.12. Custom Variables unterstützen jetzt endlich auch Dictionaries. Dafür löst ein neues Modell die bisherigen Data Fields ab. Den Umstieg übernimmt der Befehl icingacli director migrate datafields, den man mit --dry-run vorab testen kann. Version 1.12 setzt PHP 8.2 voraus und steht unter GPLv3. Wer MySQL nutzt, sollte direkt auf 1.12.1 aktualisieren. Die Version behebt eine fehlschlagende Migration.
Integrationen, Praxis und Einordnung
Wie Icinga und Prometheus zusammenarbeiten, zeigt Markus Opolka von NETWAYS in Connecting Icinga and Prometheus. Er stellt fünf Open-Source-Tools vor, darunter die neue Alertmanager-Icinga-Bridge.
Atlassian stellt Opsgenie zum 5. April 2027 ein. Opsgenie End of Life zeigt, welche Open-Source-Alternativen bleiben und was Icinga Notifications heute schon ersetzen kann.
In Icinga vs. Checkmk vergleicht Blerim Sheqa beide Tools offen und benennt auch die Fälle, in denen Checkmk die passendere Wahl ist. Auf der Icinga-Seite stehen Konfiguration als Code, Mandantenfähigkeit im Kernprodukt und ein Lizenzmodell, das nicht mit der Host-Zahl wächst. Wer gerade zwischen beiden entscheidet, findet dort Setup, Kosten, Flexibilität und Support im Detail.
Für Admins und Entwickler gibt es außerdem drei technische Beiträge: Icinga 2 in rootless Podman (Schreibrechte auf Volumes im Container), Packaging Icinga Go Applications (warum es sieben Icinga-DB-Pakete gibt) und Shared Icon and Font Library (gemeinsame Icons für mehrere Module).
Partner und OSMC
Im Partnerprogramm gibt es laut Partner-Managerin Angelika Bang weder Umsatzziele noch eine Einstiegsgebühr. Erwartet wird dafür echte Icinga-Erfahrung aus eigenen Projekten.
Vom 17. bis 19. November feiert die OSMC in Nürnberg ihr 20-jähriges Jubiläum und Icinga ist als Gold-Sponsor dabei.


























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