Wie politisch darf, soll oder muss ein Ausbilder sein?

19 Dezember, 2025

Dirk Götz
Dirk Götz
Manager Trainees

Dirk ist Red Hat Spezialist und arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting für Icinga, Puppet, Ansible, Foreman und andere Systems-Management- Lösungen. Früher war er bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als Senior Administrator beschäftigt und auch für die Ausbildung der Azubis verantwortlich wie nun bei NETWAYS.

von | Dez. 19, 2025

Eine ähnliche Frage hat Bernd schon vor Jahren bezogen auf das ganze Unternehmen gestellt. Da mich diese Frage aktuell beschäftigt, wollte ich auch in Absprache mit ihm unseren Blog nutzen, um die Antwort die ich für mich gefunden habe zu teilen. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Blogpost explizit meine Meinung darstellt! Wie kommt es allerdings, dass mich diese Frage beschäftigt? Nun ja, allgemein gesehen hat sich seit Bernds Blogpost die politische und gesellschaftliche Lage weiter verkompliziert. Wenn wir darauf schauen, versteht man schnell und vermutlich auch am eigenen Leib nachvollziehbar, dass mittlerweile wieder andere Interessen im Vordergrund stehen.

Schon lange gab es keine Fragen mehr zum Thema Nachhaltigkeit oder soziales Engagement in Vorstellungsgesprächen, stattdessen ist insbesondere das Sicherheitsbedürfnis vieler gewachsen. Das ist auch so erst mal nicht schlecht! Wenn man dann aber auf weitere Fragen in Studien schaut und gleichzeitig Aussagen zeigen, dass immer mehr zustimmen ihre Sicherheit auch auf Kosten andere oder mittels Gewalt bereit wären durchsetzen, sollte man hellhörig werden. Das so ein Umfeld eine Rückkehr autoritärer, völkischer und nationalistischer Ideen begünstigt, sieht man weltweit. Und damit meine ich leider nicht nur was viele wahrnehmen wie das Erstarken von rechtspopulistischen bis rechtsextremen Parteien. Oder auch dem Rechtsruck von Wahlprogrammen und Sprache konservativer Parteien. Mir soll es darum gehen, dass dies leider auch schon im Alltag zu spüren ist und auch bei Leuten wo man dies nicht erwarten würde.

Über mich

Bevor ich nun ein paar Beispiele dafür aufgreifen möchte, noch etwas zu meiner Person um eine Einordnung zu ermöglichen. Denn bei dem ein oder anderen kommt sonst sicher gleich entweder der Gedanke auf „Was will mir der alte, weiße Mann über Diskriminierung erzählen?“ oder „Der mit seinen linksgrün-versifften Ansichten!“. Denn ja, ich bin mittleren Alters, weiß, hetero und somit gehöre ich zumindest theoretisch der weltweit am wenigsten diskriminierten Bevölkerungsgruppe an. Und auch ja, meinen Freundeskreis könnte man durchaus als „linksgrün-versifft“ bezeichnen. In diesem Freundeskreis gelte ich dann aber doch eher als konservativ. Politisch eingeordnet wäre linksliberal vermutlich treffender. Mein Freundeskreis gehört auf der einen Seite überwiegend zur Metal- und Gothic-Szene. Diese ist allgemein eher offen und erlaubt es sich auszuleben, daher habe ich aus der Richtung Freunde unterschiedlichster Herkunft, sozialer Verhältnisse, Sexualität, Geschlechtsidentität und was man noch alles nehmen kann, um Leute in Schubladen zu stecken. Auf der anderen Seite finden sich viele Nerds, sei es IT oder Hobby was uns verbindet, egal wie groß die Unterschiede sonst vielleicht sind. Beides sind wiederum Stempel, die man mir aufdrücken kann und die ich mit Stolz trage, was mir aber sicherlich genug Klischeedenken und Ausgrenzung eingebracht hat, dass ich meine eigene Sicht auf gruppenbezogene Diskriminierung habe.

Zwei persönliche Beispiele für Diskriminierung

Wenn man dies so nimmt, wird es verwundern, dass ich Beispiele aus genau diesem Freundeskreis wählen möchte. Als erstes Beispiel soll mir ein gemeinsames Essen gehen mit Freunden dienen. In großer Runde kommt es natürlich zu vielen unterschiedlichen Gesprächen, daher hatte ich den Aufhänger nicht mitbekommen. Hellhörig wurde ich trotzdem als vom anderen Tischende Aussagen wie „Dann heißen die alle Mohammed“, was das für ein dummer Name sei und so weiter gehört habe. Nun muss man sagen bei der Person handelt es sich um den Freund eines Kumpels, mit dem ich seit Corona und einigen Aussagen dazu bereits möglichst wenig zu tun haben möchte. Damit hätte ich es vermutlich abgetan, wenn nicht gleich der nächste darauf angesprungen wäre. Dieser hat ähnlich darauf hingewiesen, dass in Langwasser alle Alexander heißen und AFD wählen, da sie Russland-Deutsche sind. Mein Dagegen-Reden wurde übergangen und nach diesen alltags-rassistischen Kommentaren wurde dann eifrig weiter ausgeholt. So wurde die Altersdifferenz mancher Sexualpartner zum Thema und vieles mehr was nicht nur den Abend für mich quasi unerträglich gemacht hat, sondern mich auch viel zum Nachdenken angeregt hat. Denn genau diese Leute nehmen es eigentlich für sich raus gegen rechtspopulistisches Gedankengut zu sein, ihre Sexualität ausleben zu dürfen und so weiter. Die Werte scheinen aber nur zu gelten wenn sie für sich selbst in Anspruch genommen werden!

Springen wir eine Woche weiter, ich bin mit Freunden auf Weihnachtsmarkt. Wir haben uns relativ früh aufgelöst, daher entschließe ich mich mit einem Kumpel noch auf einen Drink in den nahegelegenen Irish Pub zu gehen. Mir fällt dort auf der Suche nach einem Platz direkt die Gruppe junger homosexueller Männer auf, dem Kumpel nicht. Sehr unangenehm fällt mir im Gegensatz zu erst genannter Gruppe kurze Zeit später eine betrunkene Frau auf, die sich lautstark echauffiert, ob dies mittlerweile eine Schwulen-Bar sei. Unterstützung suchend wendet sie sich dann an uns, womit sie definitiv bei mir an den Falschen geraten war. Denn auf die Frage, ob wir das gut finden, kam von mir ein deutliches Ja. Dieses habe ich dann weiter ausgeführt, dass ich es wirklich gut heiße wenn sich jeder ausleben kann und nicht verstecken muss. Leider blieb auch hier die Unterstützung für mich aus! Mein Kumpel meinte danach er habe nicht kapiert, dass sie diese Aussagen ernst meint. Umstehende haben die Situation ignoriert. Ihrer Begleitung war es sichtlich peinlich, aber zu sagen hat sie sich nichts getraut. Immerhin hat sie darauf eingewirkt, dass sie beide gegangen sind.

Von der Privatperson zum Ausbilder

Beide Vorfälle zeigen mir, dass leider wirklich im Alltag – auch bei Gruppen wo man es nicht erwarten würde – Diskriminierung wieder salonfähig geworden ist. Denn selbst wenn Leute nicht dahinter stehen, stellen sie sich doch eher taub, nehmen es nicht ernst oder vermeiden zumindest die Konfrontation. Aber es hat mir auch gezeigt, dass ich dies einfach nicht mit meinen Werten vereinbaren kann. Dabei ist es egal, ob es sich um rassistische, homophobe oder andere Arten von Gruppendiskriminierung handelt und welche Motivation dahinter steckt.

Und genau hier will ich nun die Brücke schlagen zu meiner Rolle auf der Arbeit! Denn wo ich privat nur für mich stehe, habe ich bei NETWAYS als Ausbilder sowohl eine Führungs- als auch Vorbildrolle. Nun bin ich eigentlich jemand der Privat und dienstlich gerne trennt, daher eigentlich mit meiner privaten Meinung auf der Arbeit eher zurückhaltend umgehe. Dies muss ich aber vielleicht zukünftig ändern, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

Vorbildfunktion und Führungsrolle

An dieser Stelle muss ich einschieben, dass wir es bei NETWAYS jedes Jahr aufs Neue schaffen eine Gruppe junger Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund in der Ausbildung zusammenzuschweißen und bei uns zu integrieren. Darüber hinaus möchte ich behaupten eine Integration auf dieser beruflichen Ebene ist auch ein wichtiger Bestandteil der Integration allgemein in Deutschland. Aber auch bei NETWAYS gab es schon Situationen, wo bewusst oder unbewusst Ausgrenzung passiert ist. Es wurde sich klischeebehaftet über Kollegen lustig gemacht, religiöse Symbole wie eine Burka in negativem Kontext verwendet wurden oder andere Vorfälle. Das zeigt, auch wenn wir uns bemühen, keiner ist hier unfehlbar. Da greift die Vorbildfunktion, denn jetzt wie auch in der Zukunft werde ich versuchen solche Vorfälle aufzuzeigen und selbst so ein Verhalten zu vermeiden.

Die Führungsrolle kommt da zum Tragen, wo ich nicht nur versuche dies vorzuleben, sondern auch aktiv Werte zu vermitteln. Grundlegend haben wir bei uns eine sehr offene Kultur etabliert, was die Basis für vieles darstellt. Darauf aufbauend haben wir von Anfang an Ausbildungsinhalte wie Unternehmenskultur und -ethik eingeplant, um Werte zu vermitteln. Wir nutzen dazu auch Teamevents oder sprechen über Integration in Feedbackgesprächen. Seit letztem Jahr beteiligen wir uns als Unternehmen auch am Girl’s Day, um mehr Mädchen für die IT zu begeistern. Ganz klar mit dem Ziel ein weiteres Klischee aufzubrechen. Auch in Schnupperpraktika, an Schulen, auf Jobmesse stellen wir unsere Werte im Gespräch mit in den Vordergrund.

Berufsbildungskongress „Werte als Wegweiser: Impulse für die Ausbildung“

Dies ist in aktuellen Zeiten sicher notwendig, dass haben mir nicht nur die bereits genannten Vorfälle gezeigt. Als Weiterbildung in der Ausbilderrolle habe ich den Berufsbildungskongress besucht, welcher unter dem Motto „Werte als Wegweiser: Impulse für die Ausbildung“ stand. Von dort habe ich mir eine Lektüre für den anstehenden Urlaub mitgenommen, welche zwar eigentlich für Schulen entstanden ist, aber ich auch für die berufliche Bildung interessant finde. Das Buch „Politische Bildung in reaktionären Zeiten“ ist kostenlos beim Wochenschau Verlag erhältlich, sodass ich es auch anderen empfehlen kann.

Während in diesem Buch der Fokus auf gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Ungleichwertigkeitsvorstellungen liegt, befasst sich die Intiative Klischeefrei mit Geschlechterklischees. Dort findet sich gutes Material, um zu diesen aufzuklären, wie diese entstehen und wie dem entgegenzuwirken ist. Auch hab ich dort bereits einiges für mich interessantes gefunden. Und da die Infothek nach Zielgruppen sortiert ist, wird es hoffentlich nicht nur mir so gehen. Die Zielgruppen sind neben „Ausbildung und Studium“ noch „Frühe Bildung“, „Schule“, „Berufsberatung“, „Arbeitsmarkt“ und „Eltern“.

Außerdem hab ich noch einen sehr guten Vortrag zum Thema Wertevermittlung auf TikTok besuchen können. Leider ist die dazugehörige Studie noch nicht veröffentlicht, aber die behandelten Vorabinformationen waren sehr interessant. Teils würde ich sagen erschreckend wie dort Meinung und Stimmung gemacht wird. Aber auch Teil der Studie war, ob und wie sich das positiv nutzen lässt, also beispielsweise Body-Positivity statt Body-Shaming als Wert.

Mein Blick auf Wertordnungen

Jetzt hab ich aber schon oft genug das Wort Werte fallen lassen, ohne konkret darauf einzugehen was ich damit meine. Nun könnte ich mich auf eine Werteordnung berufen wie den Verhaltenskodex von NETWAYS, freiheitlich-demokratische oder gar christlich-westliche Werte anführen. Aber gerade letzteres finde ich gefährlich! Denn aktuell werden oft solche Werte vorgeschoben, um sich über andere zu stellen und ein Wir-gegen-Sie zu erzeugen. Als ein Extrembeispiel dafür könnten christliche Nationalisten in den USA dienen.

Wenn Werte so missbraucht werden, entstehen erschreckende Situation. So musste beispielsweise eine amerikanische, queere Person auf eine Teilnahme an der VoxConf bei uns verzichten, da er befürchtet an einer Wiedereinreise in sein Heimatland gehindert zu werden. Und dies ist leider nur eines von vielen internationalen Beispielen, bei denen sich eine Gruppe über die andere stellt. Auch dabei werden immer eigene Wertvorstellungen angeführt und schlussendlich dadurch anderen Menschenrechte vorenthält. Soweit sind wir in Deutschland nicht und dies gilt es in meinen Augen zu vermeiden.

Persönliche Werte

Ich bin dabei der Meinung gerade Werte sollten sehr aus persönlicher Überzeugung kommen, damit man da wirklich dahinter steht. Und sie müssen dann für alle gelten und nicht nur sich selbst in Anspruch genommen werden. Für mich sind beispielsweise Respekt und Akzeptanz anderen gegenüber sehr wichtig, darauf bauen dann andere Werte wie Pünktlichkeit als Respekt vor der Zeit anderer oder Professionalität als Form des Respekts im dienstlichen Umfeld auf. Und hier will ich euch als Lesern vorschlagen: nutzt doch einfach mal die besinnliche Zeit zwischen den Jahren und setzt euch mit dem Thema Werte auseinander, wie weit ihr dazu bereit seid, eure Werte nach außen zu vertreten und wo ihr die Möglichkeit habt diese weiterzuvermitteln.

Fazit

Und um abschließend die initiale Frage „Wie politisch darf, soll oder muss ein Ausbilder sein?“ zu beantworten: Zum Ausbildungsauftrag gehört nicht nur die Vermittlung von Fachwissen. Dies zeigt schon die sachlich-zeitliche Gliederung zu den Ausbildungsberufen. In dieser finden sich auch soziale und weitere oftmals sekundäre Fertigkeiten genannte Inhalte.

Und genauso finden sich dort auch Werte! Allein dies zeigt schon die Führungs- und damit Vorbild-Funktion, die mit der Rolle einzunehmen ist. Tatsächlich war ich mir auch lange nicht bewusst, dass es deswegen als Unterstützung auch gute Weiterbildungsmöglichkeiten für Ausbilder gibt. Etwas das ich mittlerweile gerne und interessiert besuche. Ich für meinen Teil werde meine Werte zukünftig wohl noch klarer verteidigen und versuchen diese als Ausbilder auch weiterzugeben. Und dabei würde vermutlich auch jetzt schon jeder der aktuellen und ehemaligen Auszubildenden bestätigen wie sehr ihn die Ausbildung bei NETWAYS geprägt hat. Ich muss also für die Rolle wohl auch politisch sein!

Events

Professional Services

Web Services

2 Kommentare

  1. Lennart

    Sehr schön Dirk. Hat mich gefreut auch mal wieder einen Post mit Inhalt uund dann einem solch wichtigen bei euch zuu lesen.

    Antworten
  2. Neff

    Ein toller Post, stimme voll und ganz zu, danke dafür! Ich sehe dass größte Problem aktuell in dem von dir genannten „Wir-gegen-Sie“ Denken, jede Meinung und jede Ansicht hat eine eigene Bubble, entweder man ist komplett „links-grün versifft“ oder ein rassistischer Afd-Wähler, „wähle eine Seite und vertrete sämtliche Ansichten und Werte dieser Seite!“

    Ich habe für mich herausgefunden, dass eine komplette Offenheit zu den eigenen Ansichten bei jungen Leuten, aber auch generell bei Mitmenschen, häufig einen „Oha“-Effekt auslöst, vor allem bei Leuten, die viel in Social Media unterwegs sind. Hier mein Beispiel:
    – ich wähle meistens eher „links-grün versifft“, weil mir Toleranz und Respekt auch am wichtigsten sind (Motto „leben und leben lassen“)
    – mir ist Klimaschutz und Soziales sehr wichtig, bin aber z.b. im Bezug auf erneuerbaren Energien hauptsächlich dafür, damit Deutschland globale Energie-Unabhängigkeit erlangt (Klimaschutz ist da ein positiver Nebeneffekt)
    – ich bin absoluter E-Auto Fan und finde Verbrenner einfach nur veraltet und unnötig (auch hier wieder mit dem Hintergedanken, deutsche Unabhängigkeit von der Öl-Lobby erlangen)
    – ich bin für Zuwanderung und neue Kulturen, ich habe hier fast ausschließlich tolle Erfahrungen

    Alles bisher sehr typisch Grüne oder Linken-Wähler, aber dann geht es weiter, häufig wo man in genau diesen Lagern stark aneckt:
    – ich mag die „Body Positivity“ Bewegung nicht, für mich ist Übergewicht ein ernstes gesundheitliches Problem, dass niemand als gut vermarkten sollte (ähnlich wie rauchen oder Magersucht)
    – ich bin klarer Anhänger des binären Geschlechtersystems und es endet für mich persönlich bei LGBT ohne QIA+. Die nicht-binäre Bewegung hat aus meiner Sicht dass Leben für Schwule, Lesben und Trans in der Gesellschaft deutlich erschwert und einen Rückschritt in der Akzeptanz verursacht.
    – ich halte nichts davon Mobbing zu bekämpfen indem man versucht es zu verbieten, da es den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit nimmt, eine psychische Resilienz gegenüber den „assigen Mitmenschen“ auf dieser Welt zu entwickeln. Ich finde, Mobbing muss damit bekämpft werden, dass jedes Kind befähigt wird damit umzugehen und soweit möglich aus eigener Kraft aus dieser Rolle des gemobbtens herauszukommen. Dass gehört für mich fundamental zur Charakterbildung eines Menschens, aus persönlicher Erfahrung und aus der Beobachtung meines Umfelds.

    Dass wiederum sind alles Punkte, die z.b. eine Afd gerne für sich propagiert. Trotzdem werde ich niemals diese Partei wählen, genau wegen meiner grundsätzlichen Wertevorstellungen.

    Der wichtigste Punkt ist aber: ich werde NIEMALS z.b. einen übergewichtigen oder nicht-binären Menschen anfeinden oder ihm böses wollen. Ich werde mich immer bemühen, die Wünsche des Menschen zu berücksichtigen und diese Person beim gewünschten Pronomen ansprechen, so wie ich (als blödes Beispiel) keine „Dicken-Witze“ mache, wenn es diejenige Person kränkt oder verletzt. Da kommt die von dir genannte Wertevorstellung ins Spiel, Respekt und Toleranz, auch dem gegenüber, dessen Ansichten ich nicht teile. Dass endet natürlich, wenn diese Person anfängt mich anzufeinden ohne Toleranz mir gegenüber.

    Es ist erstaunlich wie befreiend es für manche Menschen sein kann, wenn sie dass hören und sich trauen aus ihrer Bubble herauszukommen. Eine Offenheit und Ehrlichkeit an dieser Stelle ermöglicht Gemeinsamkeiten zu finden und mehr Empathie zu ermöglichen. Man muss nicht zu 100% mit seinen Mitmenschen in sämtlichen Themen dieser Welt übereinstimmen, solange die grundsätzliche Basis über Wertvorstellungen und der moralische Kompass zusammenpassen. Damit habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht, um Leute aus ihren extremen herauszuholen bzw. junge Menschen zu befähigen, sich gar nicht erst in solche Bubbles reinziehen zu lassen. Wie du es schön auf den Punkt gebracht hast: jeder sollte sich überlegen, für welche Werte steht man selbst ein, und sein Leben danach auch richten. Politische und gesellschaftliche Ansichten müssen nicht mehr von irgendwelchen Gruppierungen oder Parteien diktiert und zu 100% als eigene Meinung übernommen werden, pickt eure Ansichten nach euren Wertvorstellungen aus, vielleicht bezeichnet euch ja dann bald jemand als „links-grün versiffter N*zi“ oder „ultrarechter Sozialist“, dass wäre politisch gesehen wohl dann die berühmte „Mitte“ 😉

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wie hat Dir unser Artikel gefallen?