Community Fork von Puppet soll OpenVox heissen

10 Januar, 2025

Bernd Erk
Bernd Erk
CEO

Bernd ist Geschäftsführer der NETWAYS Gruppe und verantwortet die Strategie und das Tagesgeschäft. Bei NETWAYS kümmert er sich eigentlich um alles, was andere nicht machen wollen oder können (meistens eher wollen). Darüber hinaus startete er früher das wöchentliche Lexware-Backup, welches er nun endlich automatisiert hat. So investiert er seine ganze Energie in den Rest der Truppe und versucht für kollektives Glück zu sorgen. In seiner Freizeit macht er mit sinnlosen Ideen seine Frau verrückt und verbündet sich dafür mit seinen beiden Söhnen und seiner Tochter.

von | Jan. 10, 2025

Update vom 11.01.2025: Der Blogpost wurde um einen Hinweis von LinkedIn erweitert

Um ehrlich zu sein, habe ich persönlich die jüngsten Entwicklungen im Puppet-Universum verpasst. Das war für mich persönlich nicht so entscheidend, da zum einen die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Professional Services das Thema auf dem Radar haben und zum anderen Puppet bei NETWAYS nicht mehr die Relevanz hat, die es noch vor ein paar Jahren hatte. Aber jetzt habe ich mich einigermaßen eingearbeitet und fasse die letzten Ereignisse für Euch zusammen:

Was ist passiert?

Auslöser für die jüngsten Entwicklungen scheint ein Blogpost vom November letzten Jahres zu sein. In dem Post mit dem Titel „Our Plans for Open Source Puppet in 2025“ heißt es unter der Überschrift „What’s Changing“ steht folgendes:

In early 2025, Puppet will begin to ship any new binaries and packages developed by our team to a private, hardened, and controlled location.

Community contributors will have free access to this private repo under the terms of an End-User License Agreement (EULA) for development use. There will be no license changes for the open source version of Puppet.

Das heißt also, so habe ich es zumindest verstanden, dass der Source Code nicht mehr öffentlich zugänglich ist, sondern von Puppet „closed“ weiterentwickelt wird. Auch im Townhall Recap, einem gemeinsamen Treffen von Puppet und der Community, sind einige interessante Punkte zu lesen. Den Kommentaren in diversen Foren nach zu urteilen, scheint es sich aber weniger um eine Entscheidung von Puppet zu handeln, als vielmehr um eine Entscheidung der Muttergesellschaft Perforce. Falls jemand mehr darüber weiß, würde ich mich über einen Hinweis freuen und den Beitrag entsprechend ergänzen. Ein Hinweis bei LinkedIn hat nochmal klar gemacht, dass sich die Einstellung von Perforce schon seit Jahren abgezeichnet hat und somit für die Insider keine so große Überraschung abzeichnete. Aus einer Präsentation von Ben ergibt sich ein ähnliches Bild.

Die Sicht der Community

Es ist schwer zu sagen, ob es die eine Sicht der Community wirklich gibt, jedoch fasst diese Diskussion im OpenVoxProject es ziemlich gut zusammen. Inhaltlich lässt sich das Statement auf folgende drei Aussagen zusammenfassen:

  • Perforce spaltet Puppet ab, nicht die Community. Sie schließen den Quellcode, stoppen öffentliche Pakete und verbieten der Community den Namen „Puppet“ zu verwenden. Gleichzeitig erwarten sie, dass die Community ihre „Community Version“ pflegt – ein Widerspruch in sich.
  • Perforce spricht von Zusammenarbeit, ignoriert aber konsequent die Community bei wichtigen Entscheidungen. Organisationen wie das Tor-Projekt oder Debian sind auf Puppet angewiesen. Deshalb arbeitet die Community weiterhin offen, transparent und kollaborativ weiter an Puppet.
  • Das ist keine feindliche Abspaltung, sondern der Erhalt von Puppet.

Ich möchte noch einmal betonen, dass dies meine Interpretation der Dinge ist. Für ein vollständiges Bild bitte ich die entsprechenden Diskussionsbeiträge zu lesen.

Wie geht es weiter?

Vor zwei Tagen hat Ben Ford, langjähriges Mitglied der Puppet-Community und Ex-Mitarbeiter von Puppet, einen Blogpost veröffentlicht, der den aktuellen Stand widerspiegelt:

  • Der Name des Community Forks wird OpenVox lauten
  • Das Projekt wird in der Vox Pupuli-Community aufgehen
  • Der Schwerpunkt wird auf der Sicherstellung der Interoperabilität zwischen den beiden Projekten/Produkten liegen, so dass Benutzer weiterhin von Plattformen wie PuppetForge profitieren können.
  • Letztendlich ist aus der teils losen Community ein Team und eine Organisation zu formen und das wird wohl neben der technischen Todos die größte Herausforderungen sein.

Was bedeutet das?

Keine Ahnung! Im Ernst, es ist noch zu früh, um die Konsequenzen für das Produkt und die Community abzuschätzen. Der eine oder andere Kommentar lässt vermuten, dass die Tür zu Perforce nicht ganz zugeschlagen ist, gleichzeitig wird aber an einer eigenen Struktur für Projekt und Organisation gearbeitet. Bei der Namenswahl bin ich mir nicht so sicher, da es mit OpenVox schon einen nicht ganz kleinen Anbieter von VoIP-Lösungen gibt, aber da werden die Leute im Projekt schon eine Lösung finden. Auf Zulu bedeutet Puppet wahrscheinlich unodoli. Wäre das nichts? 🙂

Ein Fork ist ein gutes Werkzeug der Community und ein Teil der Superpower von Open Source. Wir haben unsere Erfahrungen mit Icinga gemacht und den Schritt damals nicht bereut. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, wie viele Ressourcen zur Verfügung stehen und wie viel Zeit und Energie in das Projekt gesteckt werden kann und wird. Davon wird es abhängen, wie gut sich OpenVox etablieren und das Vertrauen seiner Nutzer gewinnen kann. Ich drücke jedenfalls die Daumen.

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