Startup Days bei Netways Vol. II

Dass Bernd einen gewissen Hang zum TrashTV hat, dürfte allgemein bekannt sein. Was würde also näher liegen, als sich von einem ehemaligen (stv.) Mitglied im Kunstbeirat des Deutschen Bundestages aus Nürnberg inspirieren zu lassen und seine Netways-Familie in eine selbstkonzipierte Löwenhöhle zu schicken.

Letztes Jahr wurde das Projekt initial gepitcht und dabei fiel unser neues Konferenzbuchungssystem raus.

Bis repetita non placent, könnte man meinen, aber dieses Jahr treten wir mit noch mehr Ideen an als schon 2017.

Zwischen Oktober 2018 und heute kamen etwa 100 Commits auf unsere Wiki-Page und brachten somit 12 Projekte zu Stande.

Zwar wird gibt es hier nochmal einen weed out, aber hier ein kurzer Abriss über die Projekte mit der höchsten Resonanz bisher:

Christian möchte weiter an seinem Windows Monitoring Konzept mit Icinga schrauben und sammelt hierfür Wünsche und Vorschläge.

Marius und Eric planen die Weltherrschaft bis Merz per automatisertem Aktientrading und hoffen auf mehr als 39,24% bzw. 48,52 % in der Endabstimmung.

Max verfolgt einen technischeren Ansatz und will mit seinem “SkyNET(ways)” heute das Office und morgen die Welt automatisiert kontrollieren.

(what could possibly go wrong)

Vanessa dagegen möchte etwas für unsere Gesundheit zu tun, wobei sie fachkundig von Julia unterstützt wird.

Nicole geht mit ihrem Projekt in eine Produktevaluation von Tinkerforge um unser Shop-Portfolio eventuell zu erweitern.

Wie die/der eine oder andere mitbekommen hat, sind wir dabei, in neue Buroräume zu ziehen. Die dort neue Dachterasse versuche ich, unter anderem mit Daniel, in eine Spielwiese für Urban Gardening und Gartenautomation umzuwandeln.

Wie man sehen kann, sind die Interessen bei Netways nicht ausschließlich technisch ausgerichtet.

Unseren Projektverläufen folgen kann man auf twitter: #lifeatnetways und #startupdays

Wer nächstes Jahr mitmachen möchte, darf gerne auf jobs.netways.de vorbeikommen!

Tim Albert

Autor: Tim Albert

Tim kommt aus einem kleinen Ort zwischen Nürnberg und Ansbach, an der malerischen B14 gelegen. Er hat in Erlangen Lehramt und in Koblenz Informationsmanagement studiert, wobei seine Tätigkeit als Werkstudent bei IDS Scheer seinen Schwenk von Lehramt zur IT erheblich beeinflusst hat. Neben dem Studium hat Tim sich außerdem noch bei einer Werkskundendienstfirma im User-Support verdingt. Blerim und Sebastian haben ihn Anfang 2016 zu uns ins Managed Services Team geholt, wo er sich nun insbesondere um Infrastrukturthemen kümmert. In seiner Freizeit engagiert sich Tim in der Freiwilligen Feuerwehr - als Maschinist und Atemschutzgeräteträger -, spielt im Laientheater Bauernschwänke und ist auch handwerklich ein absolutes Allroundtalent. Angefangen von Mauern hochziehen bis hin zur KNX-Verkabelung ist er jederzeit einsatzbereit. Ansonsten kocht er sehr gerne – alles außer Hase!

Neuheiten beim IntelliJ-Update

Ob Java12, Kotlin 1.3 oder Neuerungen für Git oder Editor-Features wie mehrzeilige To-do-Kommentare. Das alles erwartet einen in dem neuen großen Update der Entwicklungsumgebung: IntelliJ Idea.

Die Publisher von Jetbrains haben mit der neuesten Version 2018.3 das nächste große Update von Intellji Idea eingeleitet. Mit der Erneuerung kommen neben der Unterstützung von Programmiersprachenversionen noch viele andere Features, die folgende Inhalte liefern.

Neue Features für Java 12 und Kotlin 1.3

IntelliJ unterstützt jetzt das Preview-Feature für die Raw-String-Literale. (Bild: Jetbrains)

(Prewiew-Feature für die Raw-String-Literale)

Intellij Idea beinhaltet zukünftig mit der Version 2018.3 die Unterstützung der kommenden Java-12-Features. Eine Vorschau für die neue Raw-String-Literale kommt mit der im März 2019 neu erscheinenden Version der Programmiersprache. Die neue Anpassung der Java-IDE unterstützt die Funktion bereits auch mit entsprechenden Quick-Fixes, sprich ein Stück Code der durch diese Fix-Funktion markiert wird und entsprechende Lösungen vorschlägt. Doppelter und somit redundanter Code kann ab sofort auch in komplizierten Situationen erkannt werden. Solche Duplikate sind dann im Diff-Viewer einsehbar.

Redundante Bedingungen werden jetzt noch besser erkannt. (Bild: Jetbrains)

(Redundante Bedingungen werden jetzt noch besser erkannt.)

Jetbrains hat einige weitere Quick-Fix-Optionen ergänzt um redundanten Code zu beheben. Unter anderem zählt dazu der überflüssige Sortieraufruf bei einer darauffolgenden Nutzung der Min-Funktion, bei der der Java-Stream-API genauso wie die Erkennung bei vorangegangenen überflüssigen Bedingungen, die bereits durch eine darauffolgende verknüpfte Bedingung abgedeckt ist. Zudem erkennt Intellij mit der neuen Version die redundante Verwendung von Annotations für unterdrückte Inspektionen.

IntelliJ bietet bei einigen Code-Stellen eine automatische Migration zum neuen Kotlin 1.3. (Screenshot: Jetbrains)

(IntelliJ bietet bei einigen Code-Stellen eine automatische Migration zum neuen Kotlin 1.3.)

Zu den Java-Neuerungen hinzu kommt auch noch die Unterstützung von Kotlin 1.3. Damit die Migration des Projekts zur neuen Version vereinfacht werden kann, greift Intellij einem unter die Arme. Zum Beispiel kann man Imports und Kotlin-Dependencies automatisch anpassen lassen. Ebenso gibt es auch für Kotlin Inspektions- und Quick-Fix-Optionen sowie eine verbesserte Unterstützung für Multiplattformprojekte.

Verbesserung der Editor-Funktionen und Git-Integration

Der Editor selbst hat auch einige neue Neuerungen mitgebracht, z.B mehrzeilige To-do-Kommentare(siehe Bild/GIF) oder dass in der Statusbar die verwendete Anzahl an Leerzeichen für Einrückungen angezeigt wird. Falls die Einrückung nicht mit der Projekteinstellung übereinstimmt, wird dies entsprechend markiert und eine Lösung vorgeschlagen. Zusätzlich kommt Ihr über das Pop-up direkt zu den Editor-Config-Dateien für die jetzt auch Syntax-Highlighting sowie Code-Vervollständigung unterstützt wird.

Auch mehrzeilige To-Do-Kommentare sind mit der aktuellen IntelliJ-Version kein Problem mehr. (Bild: Jetbrains)

Bei Git hat sich auch einiges geändert wie zum Beispiel, dass Intellij jetzt Github-Pull-Requests unterstützt und die Funktion „History up to Here“ die gesamte Historie aufzeigt. Auch nützlich dürfte die Funktion sein, die es erlaubt, eine Datei aus einem anderem Branch zu kopieren. Einfach ein Rechtsklick auf die ausgewählte Datei und schon gelangt man ins Compare-Branches-Fenster.(siehe Bild)

Mit wenigen Mausklicks kann jetzt eine Datei von einem anderen Branch kopiert werden. (Screenshot: Jetbrains)

Neben der überarbeiteten Funktion zum Durchsuchen des gesamten Projekts hat Jetbrains einige weitere kleinere Neuerungen zur Verfügung gestellt. Das betrifft Kubernetes, Javascript und Maven. Alle Neuerungen diesbezüglich findet Ihr auf der Internetseite von Jetbrains unter diesem Blog.

Niko Martini

Autor: Niko Martini

Egal ob zu Hause oder bei NETWAYS, Niko hockt gern vor dem PC. Ab und zu fährt er auch mal mit seinem Dad auf eine Fahrradtour quer durch Deutschland. Nach seinen ersten Tagen bei uns, in denen er NETWAYS, die Kollegen und Tools näher kennengelernt hat, freut er sich besonders auf die kommenden Jahre.

RFID & NFC

Die Namen RFID und NFC sind uns bestimmt irgendwo schon mal begegnet, aber viele wissen gar nicht was das ist oder was diese zwei “Dinge” machen.

RFID steht für “radio frequency identification” und ist eine Technologie (Sender-Empfänger) mit der man Daten kontaktlos speichern, lesen und verändern kann.

NFC steht für “Near Field Communication”, basiert auf RFID und ist auch eine Art mit der man Daten über wenige Zentimeter austauschen kann. Merke: NFC ist eine spezielle RFID Technik.

Einsatz

Immer mehr Banken statten die Kredit- und Debitkarten mit NFC-Chips aus, damit die Kunden an den Kassenterminals der Märkte kontaktlos zahlen können. Zu erkennen ist es am WLAN-ähnlichem Symbol.

Natürlich gibt es diese Technologie auch woanders, zum Beispiel bei Zutrittskontrollen oder für die Zeiterfassung. Auch zwei NFC-fähige Smartphones können untereinander Musik, Bilder, Videos usw. austauschen. Im Teil “Projekte” dieses Blogpost werde ich ein paar Projekte ansprechen, die man auch zu Hause nachmachen kann.

Aber wie funktioniert das Ganze?

RFID arbeitet in drei verschiedenen Frequenzen: 125 kHz – 135 kHz, 13,56 MHz und 860 MHz – 960 MHz. Beim Hinhalten des Transponder erzeugt das Lesegerät ein elektromagnetisches Wechselfeld. Das dient während der Kommunikation als Stromquelle für den Chip. NFC arbeitet dagegen mit einer Frequenz von 13,56 MHz. Haben beide NFC-Chips, so muss man diese einfach nah aneinanderhalten und die Kommunikation kann beginnen.

Vorteile

RFID: mehrere Meter Reichweite. NFC: schnelles, bequemes Bezahlen an Kassen.

Nachteile

RFID: über größere Distanzen auslesbar (je nach Frequenz). NFC: nicht an jeder Kasse verfügbar.

Schutz

Wer denkt, dass diese Technologie sicher ist, der denkt falsch. Denn es gibt viele Angriffsmethoden. Beim “Sniffing” werden während der Übertragung die Daten mit einem Lesegerät ausgelesen. So können Kriminelle auch neuere Autoschlüssel kopieren und ins Auto einsteigen. Sie können sich auch zwischen Sender und Empfänger reinhängen, die zu übertragenden Daten ändern und dem Empfänger weiterschicken. Dagegen hilft ein Schreibschutz. Wer aber eine Bankkarte besitzt, die eine NFC-Funktion hat, der kann sich eine spezielle Hülle oder einen speziellen Geldbeutel kaufen (z. B. auf ebay: RFID-, NFC-Blocker). Wer aber keine Lust hat Geld auszugeben, kann die Karte auch mit Alufolie einwickeln. 🙂  Was wir also wissen ist, dass noch viel in der Sicherheit verbessert werden muss.

Projekte

Im Internet gibt es zahlreiche Projekte, unteranderem mit einem Raspberry Pi in Verbindung mit einem RFID-Reader. Man könnte für Zuhause mit Hilfe einer App einen NFC-Tag (oder auch Transponder genannt) so programmieren, sodass er beim Hinhalten an das Handys eine WLAN-Verbindung für das Gerät herstellt. Auch sehr beliebt ist ein Schließmechanismus für eine Box, der nur aufgeht, wenn man seinen Transponder dabei hat.

Loei Petrus Marogi

Autor: Loei Petrus Marogi

Loei ist Fachinformatik-Azubi im ersten Lehrjahr und lernt momentan unseren Toolstack kennen. Nach der Linux-Schulung freut er sich besonders aufs Programmieren. Wenn er mal nicht bei NETWAYS ist, spielt er Fußball im Verein oder geht ins Fitnessstudio.

PDF manipulieren mit pdftk

In diesem Beitrag möchte ich zeigen wie einfach man PDF’s mit pdftk manipulieren kann, zB. Seiten aus einem mehrseitigen PDF herausschneiden und daraus ein neues PDF generiert.
Was ich unter anderem auch schon gemacht habe, Seiten aus Büchern per Scanner als PDF erzeugt und dann mittel pdftk zu einem mehrseitigen PDF zusammengesetzt habe, Schwierigkeit hierbei ist, das die Seiten- Zahlen wieder wie im gedrucktem Buch übereinstimmen.

Zuerst müssen wir je nach Linux-Distribution das Paket pdftk installieren, falls nicht vorhanden, in meinem Fall:
zypper install pdftk
Für Redhat oder Debian based Distributionen:
apt-get install pdftk
aptitude install pdftk
yum install pdftk

Jetzt werde ich ein paar Anwendungsbeispiele  aufzeigen:
Seiten herausschneiden aus einem mehrseitigen PDF
pdftk datei.pdf cat 4-7 12 output Dokument.pdf
Es werden aus datei.pdf die Seiten 4 bis 7 plus Seite 12 herausgeschnitten und als Dokument.pdf gespeichert.

Einzelne PDF’s zu einem mehrseitigen PDF zusammenfügen:
pdftk datei1.pdf datei2.pdf datei3.pdf cat output gesamt.pdf

Verschiedene Seiten aus mehreren PDF-Dateien zu einer neuen PDF-Datei zusammenführen:
pdftk A=datei1.pdf B=datei2.pdf cat A3-7 B2-6 A10 output neu-gesamt.pdf
In diesem Beispiel werden mit sogenannten “Handels”(A,B) zuerst die eingelesenen Files und dann die extrahierten Seiten angegeben herausgeschnitten und in ein neues PDF zusammengesetzt.

Aus einem mehrseitigen PDF-Datei Einzelseiten generieren:
pdftk mehrseitiges-pdf.pdf burst output ~/Zielverzeichnis/Seite_%02d.pdf
Hier wird das mehrseitige PDF-Dokument in seine Einzelseiten zerlegt und als Namen Seite_Seitenzahl.pdf benannt, wobei 2 d für zwei Dezimalstellen steht.

Ich könnte hier noch mehr Anwendungsmöglichkeiten aufzählen, aber fürs erste sollte es mal reichen,
die Man-Page man pdftk gibt eine detaillierte Beschreibung über dieses Tool und seine Anwendungsmöglichkeiten.

Mir hat dieses Tool schon öfters geholfen, z.B früher bei Bewerbungsmappen wo Zeugnisse oder Anlagen in eine Gesamt-Bewerbung-mappe als PDF zusammengesetzt wurden oder Bücher als PDF-Datei generieren, wobei man das gedruckte Exemplar in seine Einzelseiten zerlegen musste um es einzuscannen.

Noch etwas WICHTIGES:
WIR SUCHEN NOCH NEUE KOLLEGEN!! Bewerbung unter jobs@netways.de

 

Johannes Carraro

Autor: Johannes Carraro

Bevor Johannes bei NETWAYS anheuerte war er knapp drei Jahre als Systemadministrator in Ansbach tätig. Seit Februar 2016 verstärkt er nun unser Managed Services Team als Systems Engineer. In seiner Freizeit spielt Johannes E-Gitarre in einer Metalband, bastelt an Linux Systemen zuhause herum und ertüchtigt sich beim Tischtennisspielen im Verein, bzw. Mountainbiken, Inlinern und nicht zuletzt Skifahren

GitKraken – Der nahezu perfekte Git-Client

Heute möchte ich euch GitKraken vorstellen, ein Git-GUI-Client welcher sich nun seit fast 3 Jahren bei mir im täglichen Einsatz findet und mir die Arbeit mit Git an einigen Tagen sehr vereinfacht.

Wieso ein GUI-Client, wenn man CLI haben kann?
Ich habe schon einige Male von Kollegen gesagt bekommen, dass ich GitKraken doch nur nutze, weil ich mit der CLI nicht zurecht komme. Der wahre Grund ist für mich einfach die viel bessere Übersicht über Changes, History und anderen Branches, schnelleres Auschecken und Resetten von Braches und auch manchmal, die Undo- und Redofunktionen.

Einfacheres Aufteilen in Commits
Jeder der oft viel schreibt und erst nach Stunden anfängt seine Arbeit in einzelne Commits aufzuteilen, weiß wie aufwendig es ist mit git add-p zu arbeiten. Diese Arbeit wird einem von GitKraken sehr vereinfacht und geht dadurch um einiges schneller. Hier können direkt einzelne Zeilen oder Hunks zum Stagen ausgewählt werden.

Was kostet der Spaß?
GitKraken kostet je nach Projekt zwischen 0€ und 99€/Jahr. Dies hängt von der Art des Projekts ab, an dem man mit GitKraken arbeitet. Möchte man mit dem Projekt Geld verdienen und es ist nicht Open-Source, dann muss man dafür mindestens 49€ im Jahr blechen. Wer jedoch ausschließlich an privaten und/oder Open-Source-Projekten arbeitet, kann GitKraken komplett kostenlos nutzen.

Nur nahezu perfekt
Auch wenn GitKraken einwandfrei funktioniert und sehr viele gut implementierte Funktionen bieten, hat es auch so einige kleine Macken. Um GitKraken nutzen zu können benötig man einen Account, GitKraken ist Closed-Source und kostet sogar Geld, wenn man es kommerziell nutzen möchte. Diese Aspekte treffen in der Open-Source-Community oft auf wenig Unterstützung.

Download
GitKraken ist für Windows, MacOS und Ubuntu/Debian erhältlich und kann hier heruntergeladen werden.

Noah Hilverling

Autor: Noah Hilverling

Nachdem Noah bei einer vierjährigen Exkursion nach Belgien seine Liebe zum Programmieren entdeckte, holte der gebürtige Euskirchener innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Schulabschlüsse nach. Danach verließ Noah sogar den schönen Chiemsee, um sich ab September 2016 im Rahmen der Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei NETWAYS voll und ganz dem Programmieren hinzugeben und viele unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln. Wenn er mal nicht am Programmieren und Zocken ist, brettert er mit seinem Snowboard die Pisten runter, oder schwingt sich auf sein Mountainbike.

Ausbilder erzählt – Professional Services – 2018

Ausbildung

Nachdem unsere Auszubildenden eine ganze Blogserie haben, in der sie immer mal wieder aus dem Nähkästchen plaudern, dachte ich mir ich dreh den Spieß mal rum. In den nächsten Zeilen kann der interessierte Leser also meine persönliche Sicht auf die Frage warum wir ausbilden, was mein Ziel für die Auszubildenden ist und wie ich versuche dies über die drei Jahre zu erreichen und natürlich noch kurz worauf ich deswegen bei der Auswahl der Auszubildenden achte.

Warum bilden wir aus?

Es ist jetzt etwa drei Jahre her, dass Bernd im Jahresgespräch die Altersstruktur der Firma thematisiert hat und dass wir eine junge Firma sind und dies auch bleiben wollen. Dadurch entstand die Rechnung wie viele Auszubildenden in welchem Durchschnittsalter wir brauchen um den Altersdurchschnitt zu halten in der Annahme auch allen alternden Mitarbeitern weiterhin eine Perspektive zu bieten. Als zweiter Faktor kam hinzu, dass es sich besonders in Professional Services (unserer Consulting- und Support-Abteilung) schwierig gestaltet mit dem Auftragswachstum personell schrittzuhalten, da hier Leute mit einem breiten Basiswissen, einigem Spezialwissen, Soft-Skills um sie auf Kunden loszulassen, Reisebereitschaft und um ehrlich zu sein ohne utopische Gehaltsvorstellungen brauchen. Diese beiden Faktoren haben also die Diskussion angefacht, ob wir auch in Professional Services ausbilden können. Nachdem einige mir wichtige Rahmenbedingungen wie ein Abteilungsdurchlauf und ausreichend Zeit zur Betreuung und Schulung der Auszubildenden festgelegt waren, hat also Professional Services sich mit dem Ausbildungsjahr 2017 den anderen Abteilungen angeschlossen, die schon wesentlich länger ausbilden.

Was ist das Ziel?

Mein erklärtes Ziel ist es den Auszubildenden nach drei Jahren eine fundierte Entscheidung für den weiteren Berufsweg zu ermöglichen und die Grundlagen vermittelt zu haben, für egal welchen Weg sie sich entscheiden. Die Optionen, die ihnen offen stehen, sind in meinen Augen Junior Consultant in Professional Services, eine andere Tätigkeit bei NETWAYS ohne Reisen, ein Wechsel zu einer anderen Firma oder gar ein Wechsel zu einem anderen Tätigkeitsfeld. Wobei mein erklärtes Wunschziel natürlich der Junior Consultant wäre!

Wie will ich das Ziel erreichen?

Als wichtigstes sehe ich im ersten Lehrjahr IT-Grundlagen und Soft-Skills, die bereits von Anfang an vermittelt werden sollen. Um die IT-Grundlagen zu vermitteln setzen wir auf eine Mischung aus Schulungen durch die erfahrenen Mitarbeiter, Projekte in denen die Auszubildenden selbstständig Themen erarbeiten und den praktischen Einsatz bei Managed Services.

Bei den Schulungen starten wir direkt in der ersten vollen Woche mit Linux-Grundlagen, denen später im ersten Lehrjahr SQL-Grundlagen, Netzwerkgrundlagen, DNS & DHCP folgt und im weiteren Ausbildungsverlauf sind dann noch geplant Linux-Packaging, Virtualisierung und Systemsicherheit zu vermitteln. Als erstes Projekt haben die bisherigen Jahrgänge immer einen LAMP-Stack gemeinsam aufsetzen sollen, bei dem jeder zwar eine Teilaufgabe umsetzen, dokumentieren und präsentieren muss, aber am Ende auch ein gemeinsames Ergebnis erreicht werden muss. Weitere Projekte kommen dann meist aus aktuellen Anforderungen oder Teststellungen und handeln sich nicht um so simple Tätigkeiten wie Benutzer anlegen. So haben die Auszubildenden beispielsweise Portainer getestet, die Hardwarewartung für einen Kollegen übernommen und anschließend getestet. Bei Managed Services werden die Auszubildenden dann mit Aufgabenstellungen aus der Praxis konfrontiert und dürfen sich beispielsweise mit der API unserer CMDB herumschlagen.

Zu den wichtigsten Soft-Skills zählt für mich Selbstmanagement, also lernen die Auszubildenden mit der selben Zeitregelung umzugehen wie alle anderen auch, die geleisteten Arbeitszeiten erfassen, ihre Tickets zu pflegen und was sonst noch dazugehört damit Alles rund läuft. Ebenfalls wichtig ist natürlich Kommunikation und Auftreten, adressatengerechte Präsentation und Dokumentation. Hier hilft sicherlich auch der Abteilungsdurchlauf, bei dem die Auszubildenden auch mal den Telefondienst übernehmen, Grundlagen der Buchhaltung vermittelt bekommen oder helfen eine Schulung zu organisieren und betreuen.

Im zweiten und dritten Lehrjahr bauen wir dann diese Grundlagen aus, indem zusätzlich zu den internen Schulungen unsere offiziellen Schulungen besucht und interne Projekte anspruchsvoller werden, mehr Vorgaben an Dokumentation und Präsentation zu beachten sind und zusätzlich kommen Fachgespräche nach der Präsentation hinzu. Außerdem unterstützt immer ein Auszubildender die Kollegen im Support und leistet Betriebsunterstützung für Kunden. Der Abteilungsdurchlauf setzt sich fort und Sales erhält technische Unterstützung bei Webinaren und Pre-Sales-Terminen und auch unsere Systemintegratoren lernen unsere Entwickler und das Entwickeln in Open-Source-Projekten kennen. Mir ist besonders wichtig, dass die Auszubildenden den Kundenkontakt lernen, indem sie erfahrene Consultants begleiten und auch dort eigene Aufgaben übernehmen oder in Schulungen die Rolle des Co-Trainers und einzelne Themenblöcke übernehmen.

Als Belohnung für gute Leistungen kommen dann noch Konferenzteilnahmen oder sogar das komplett selbstständige Abwickeln eines Kundenprojekts, wobei dies natürlich immer nur Remote durchgeführt werden kann, damit ein erfahrener Kollegen wie bei den internen Projekten unterstützen kann.

Um all dies zu planen, Projekte zu suchen, die Schwächen und Stärken der Auszubildenden individuell berücksichtigen und die Auszubildenden zu betreuen, wird natürlich entsprechend viel Zeit benötigt, welche ich und unterstützende Kollegen dankenswerterweise bekommen haben. Damit dies alles so funktioniert, ist Professional Services natürlich nicht nur auf die Mitarbeit aller im Team sondern auch auf die Unterstützung der anderen Abteilungen und das Verständnis der Kunden angewiesen. Hierfür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Auswahl der Auszubildenden

Wer jetzt denkt um das Ziel zu erreichen erwarten wir von unseren Bewerber schon bestimmtes Vorwissen, wird überrascht sein, dass ich sowas zwar als Bonus ansehe, aber es mir auf ganz andere Dinge ankommt. Den ersten Kontakt mit einem Bewerber habe ich, wenn mir Bewerbungsunterlagen weitergeleitet werden und ich um meine Meinung gebeten werde. Als erstes schaue ich mir daher das Anschreiben an um die Motivation für die Berufswahl und den bisherigen Werdegang zu erkennen. Schlecht ist wenn diese nicht nachzuvollziehen ist und sich der Bewerber auch nicht die Mühe gemacht hat Rechtschreibkorrektur oder Korrekturleser zu bemühen. Ein Lebenslauf sollte dann einfach nur schlüssig sein und Zeugnisnoten sind interessant, aber viel interessanter ist das Bild, das sich aus den Zeugnisbemerkungen ergibt.

Wer es schafft damit zu überzeugen, hat die erste Hürde genommen und bekommt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Hier muss dann einfach das Auftreten überzeugen, ein technisches Verständnis und Interesse sowie natürlich Motivation auszumachen sein. Klingt eigentlich simpel und wer nicht selbst an so einem Bewerbungsprozess beteiligt ist, wird es kaum glauben wie viele an einfachen Dingen wie Pünktlichkeit scheitern oder dass die Begründung “Ich schraube gerne an Rechnern” nicht die beste Motivation ist. Ein Bewerber, der zum zweiten Lehrjahr nicht volljährig ist, muss hierbei etwas mehr überzeugen, da der organisatorische Aufwand bei Reisen welche im Consulting anfallen wesentlich höher ist. Aber ein Ausschlusskriterium wäre es genauso wenig wie ein höheres Alter bei beispielsweise einem Studienabbrecher oder zweiter Ausbildung.

Schlusswort

Ich hoffe jeder Leser hat ein gewisses Verständnis für und Einblick in die Ausbildung bei NETWAYS gewonnen. Der ein oder andere Kunde ist nun vielleicht nicht mehr überrascht, wenn er gefragt wird ob der Consultant von einem Auszubildenden begleitet werden kann. Andere Ausbildungsbetriebe dürfen sich gerne Anregungen holen und ich bin generell auch immer an einem Erfahrungsaustausch interessiert. Und vor allem freu ich mich, wenn nun jemand denkt, dass wir der richtige Ausbildungsbetrieb für ihn sein könnten und sich bewerben möchte.

Dirk Götz

Autor: Dirk Götz

Dirk ist Red Hat Spezialist und arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting für Icinga, Puppet, Ansible, Foreman und andere Systems-Management-Lösungen. Früher war er bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als Senior Administrator beschäftigt und auch für die Ausbildung der Azubis verantwortlich wie nun bei NETWAYS.