Icinga 2 – Monitoring automatisiert mit Puppet Teil 10: Profile Part II

This entry is part 10 of 11 in the series Icinga 2 Monitoring automatisiert mit Puppet

In Weiterführung vom letzten Post dieser Serie, beschäftigen wir uns zuerst damit dem Icinga-Server eine CA hinzuzufügen. Dies erledigt die Deklaration der Klasse icinga2::pki::ca. Sie erzeugt auch noch gleich ein Zertifikat für den eigenen Server.
Das ist auch der Grund, warum im Folgenden der Parameter pki des Features API mit none belegt werden muss, da genau dies verhindert, dass nochmals versucht wird ein Zertifikat zu generieren. Dieser Wert für pki ist also nur sinnvoll für Hosts mit einer Icinga-2-CA.

class profile::icinga2::server {
  ...

  #
  # CA / API
  #
  include ::icinga2::pki::ca

  class { '::icinga2::feature::api':
    pki             => 'none',
    accept_commands => true,
  }

Als nächstes widmen wir uns dem Feature IDO, welches die IDO-DB befüllt, hier eine MySQL-Datenbank, die ebenfalls per Puppet verwaltet werden soll und sich auch dem gleichen Server befindet. Hierfür ist zusätzlich das MySQL-Puppetmodule erforderlich. Das Datenbank-Schema kann vom Icinga2-Modul automatisch angelegt werden. Hierfür ist dann zu den üblichen Berechtigungen auch CREATE für den Benutzer, den auch Icinga für den Zugriff verwendet, erforderlich, da auch dieser zum initalen Erzeugen der Tabellen vom Icinga2-Modul verwendet wird.

In Bezug auf die Reihenfolge der Abarbeitung unserer Ressourcen, muss nur dafür Sorge getragen werden, dass die Datenbank für die IDO vor dem IDO-Feature dran kommt.

Für den zu verwenden Benutzernamen, das zugehörige Passwort und den eigentlichen Datenbanknamen fügen wir der Profilklasse Parameter hinzu. Im Gegensatz zum Datenbank- und Benutzernamen, die beide als Default icinga2 gesetzt bekommen, ist das Passwort als Parameter vom Endbenutzer immer selbst anzugeben.

class profile::icinga2::server(
  String   $ido_db_pass,
  String   $ido_db_name  = 'icinga2',
  String   $ido_db_user  = 'icinga2',
) {

  case $::osfamily {
    'redhat': {
      ...
      package { [ 'nagios-plugins-all', 'icinga2', 'icinga2-ido-mysql' ]:
        ensure => installed,
        before => User['icinga'],
      }
      ...
    }
    ...
  }

  #
  # Icinga 2
  #
  class { '::icinga2':
    manage_package => $manage_package,
    manage_repo    => $manage_repo,
  }

  #
  # IDO database
  #
  include ::mysql::server

  mysql::db { $ido_db_name:
    user     => $ido_db_user,
    password => $ido_db_pass,
    host     => '127.0.0.1',
    grant    => ['SELECT', 'INSERT', 'UPDATE', 'DELETE', 'DROP', 'CREATE VIEW', 'CREATE', 'INDEX', 'EXECUTE', 'ALTER'],
    before   => Class['icinga2::feature::idomysql']
  }

  class{ '::icinga2::feature::idomysql':
    user          => $ido_db_user,
    password      => $ido_db_pass,
    database      => $ido_db_name,
    import_schema => true,
  }

Auf RedHat-Systemen musste, wie in vorherigen Teil zu sehen war, da Paketmanagement aus dem eigentlichen Icinga-Modul herausgezogen werden, um den Benutzer icinga zwischen Paketinstallation und Icinga-Klasse verwalten zu können. Das bezieht sich nun ebenfalls auf das Paket icinga2-ido-mysql, das für das IDO-Feature erforderlich ist. Debianbasierte Systeme sind hiervon nicht betroffen.

Lennart Betz

Autor: Lennart Betz

Der diplomierte Mathematiker arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting und bereichert seine Kunden mit seinem Wissen zu Icinga, Nagios und anderen Open Source Administrationstools. Im Büro erleuchtet Lennart seine Kollegen mit fundierten geschichtlichen Vorträgen die seinesgleichen suchen.

HAProxy und SQL Grants

In diesem kurzen Beitrag will ich auf einen Fallstrick im Bezug von HAProxy und SQL Backends wie MySQL oder MariaDB eingehen. Speziell geht es um Grants und die damit verbunden Quell Hosts. Diese werden bei einem Standard Setup mit HAProxy durch die IP des Proxys ersetzt. Solange man sich in dem selben Netz wie die DB Server und dem Proxy befindet und die Host-Beschränkungen nicht all zu streng sind, kann es gut sein, das man dieses Szenario nicht erreicht. Sobald die Verbindungen aber Netz übergreifend erfolgen und die Grants damit umso wichtiger sind, kommt das Detail zum Tragen und stellt einen vor neue Herausforderungen. Dafür gibt es an sich schon etwas länger das Proxy Protokoll, welches aber erst nach und nach in mögliche Backend Software implementiert wurde/wird. Bei MariaDB war es mit der 10.3.1 z.B. erst Ende letzten Jahres soweit.

Die Arbeitsweise des Protokolls beschreibt sich einfach gesagt so, dass mit dem Aufbau der Verbindung zuerst ein zus. Header geschickt wird, in dem die IP des Quell Hosts bekannt gegeben wird. Dazu muss das Backend jedoch von der IP des HAProxys das Proxy Protokoll erlauben. Das Ganze drum rum kann mit Seiten über weitere Details und Sicherheit befüllt werden. Damit verschone ich Euch aber und weise nur auf eine schlichte Zusammenfassung im Blog von HAProxy hin.

Ronny Biering

Autor: Ronny Biering

Vor NETWAYS arbeitete Ronny bei einem der großen deutschen Internet- und Hosting Provider. Hier betreut er zusammen mit seinen Kollegen aus dem Bereich Managed Services die Plattformen unserer Kunden. Im Gegensatz zu dem üblichen Admin-Cliche, gehört Fitness zu einer seiner Lieblingsfreizeitbeschäftigung.

SNMP Netzwerk Monitoring

Huhu!

Heute möchte ich euch ein wenig in die Welt von SNMP Monitoring mit Icinga 2 entführen. Da man leider nicht immer einen Switch mit SNMP zur Hand hat, verwende ich eine GNS3 Netzwerk Umgebung sowie eine CentOS 7 Maschine für Icinga 2.

Doch was ist den dieses SNMP überhaupt, was kann das? Zunächst SNMP steht für Simple Network Message Protocol (RFC 1157) und wurde mit dem Gedanken entwickelt Netzwerkgeräte wie Drucker, Router, Switche und vermutlich irgendwann auch Toaster per IoT von einem Zentralen Punkt im Netzwerk aus überwachen bzw. steuern zu können. SNMP an sich besitzt nicht wirklich viel Magie es beschreibt im Endeffekt wie Datenpakete aussehen können. Damit Icinga 2 (Managmentstation) den Switch (Agent) fragen kann, wie es ihm den heute so geht. Die eigentliche Magie ist die sogenannten Managment Information Base, umgangssprachlich auch MIB genannt.

Die MIB kann man sich wie einen großen Baum vorstellen, dessen Äste und Blätter mit Hilfe von eindeutigen OIDs gebildet werden. Die Blätter die an unseren Ästen hängen sind Objekte wie ein Lüfter, oder eine Festplatte und können als als OID so aussehen: 1.3.6.1.4.1.1.4.

Nach viel Techbabbel kommt nun wenig Kaboom (Practical Examples). An Hand des Beispiel möchte ich euch ein Grundgerüst an die Hand geben, wie man bequem und ohne Geräte spezifisches Plugin ein SNMP Monitoring unter Icinga 2 einfach realisieren kann.

Im ersten Schritt holen wir uns alle OIDs samt Beschreibung vom Gerät, in meinem Fall von einem VyOS Router:

snmpwalk -Os -v 1 -c public 192.168.174.131 >> /tmp/snmpwalk_desc
snmpwalk -v 1 -c public 192.168.174.131 >> /tmp/snmpwalk_oid

Für das Beispiel wähle ich drei OIDs aus:

.1.3.6.1.2.1.2.2.1.2.1
.1.3.6.1.2.1.2.2.1.2.2
.1.3.6.1.2.1.2.2.1.2.3

Mit dem Director hab ich ein Template und Service angelegt, welches auf das Check_Plugin/Kommando check_snmp zurückgreift. Die ausgewälten OIDs werden Kommasepariert per Costume Attribut “snmp_oid” mitgegeben:

template Service "snmp" {
    check_command = "snmp"
    max_check_attempts = "3"
    check_interval = 1m
    retry_interval = 20s
}
object Service "Interfaces" {
    host_name = "vyos"
    import "snmp"
    vars.snmp_label = "Interfaces"
    vars.snmp_oid = ".1.3.6.1.2.1.2.2.1.2.1,.1.3.6.1.2.1.2.2.1.2.2,.1.3.6.1.2.1.2.2.1.2.3"
}

Nach dem ausbringen der Konfiguration sollte das ganze folgendermaßen aussehen:

 

Tipp am Rande:
Falls euer Gerät nicht auf Öffentlichen MIBs aufbauen sollte, wie hier im Beispiel, bekommt ihr die im Regelfall vom Hersteller bereitgestellt. Die MIB wird einfach zu den bereits existierenden hinzugefügt und dann ist alles wie gehabt! 🙂

Damit verabschiede ich mich und wünsche wie immer viel Spass beim Implementieren!

Max Deparade

Autor: Max Deparade

Max ist seit Januar als Consultant bei NETWAYS und unterstützt tatkräftig unser Professional Services Team. Zuvor hat er seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration bei der Stadtverwaltung in Regensburg erfolgreich absolviert. Danach hat der gebürtige Schwabe, der einen Teil seiner Zeit auch in der Oberpfalz aufgewachsen ist ein halbes Jahr bei einem Managed Hosting Provider in Regensburg gearbeitet, ehe es ihn zu NETWAYS verschlagen hat. In seiner Freizeit genießt Max vor allem die Ruhe, wenn er nicht gerade fieberhaft auf sein neues Macbook wartet.

Einfaches verschlüsseltes Backup

Seit In­kraft­tre­ten der DSVGO  ist Datenschutz in aller Munde. Da wird es einmal Zeit auch den Datenschutz des Monitoring-Servers zu überdenken. Dabei denke ich in diesem Fall nicht an die diversen Härtungsmaßnamen wie SSL für Webserver und Datenbank. Auch Icinga2 erzwingt bei seinen API Verbindungen immer verschlüsselte Verbindungen.

Wo bleiben aber die Backup Dateien? Einmal erzeugt, verlassen sie den Server und liegen dann ‘woanders’. Zum Glück ist es nicht unbedingt nötig, dass man dem File Server voll vertraut. Eventuell ist es günstig die Backup in irgendeine Cloud zu schieben, oder auf den semi public File Server der Unternehmens. Mit Hilfe von GPG kann man seine Daten einfach verschlüsseln und sicherstellen, dass alle Berechtigten sie auch wieder entschlüsseln können. Im folgenden wird erklärt wie man GPG benutzt um ein icinga2 Backup für eine Gruppe von Berechtigten zu verschlüsseln ohne das der private key einer Person den Monitoring Server oder den Backup Server berührt.

1.) gpg Schlüsselpaar erstellen

Am einfachsten benutzt man das CLI tool gpg um den key zu erzeugen. Das sollte man aber auf einem sicheren System machen, z.B. dem eigenen Laptop oder Arbeitsplatz PC. Anschließend wird der öffentliche Teil an einen Keyserver gesendet um den Schlüsselaustausch zu vereinfachen.

$ gpg --full-gen-key
[...]
Ihr Name ("Vorname Nachname"): Max Mustermann
Email-Adresse: max.mustermann@example.org

pub rsa2048 2018-05-31 [SC] [verfällt: 2023-05-30]
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX0BA2D8D6
Max Mustermann <max.mustermann@example.org>
$ gpg --keyserver pool.sks-keyservers.net --send-key 0BA2D8D6

2.) Monitoring Server mit Schlüsseln versorgen

Auf dem Server kann man mit Hilfe der gpg group Funktion die Daten mit den public keys einer ganzen Gruppe verschlüsseln. Hierfür muss man diese Gruppe in der ~/.gnupg/gpg.conf anlegen.

$ vim .gnupg/gpg.conf +80
group icingabackup = max.mustermann@example.org john.doe@example.org

Anschließend kann man die public keys vom keyserver laden und ihnen das Vertrauen aussprechen. Nur wenn man allen Schlüsseln “absolutes Vertrauen” ausspricht läuft der encryption Prozess ohne weitere Rückmeldungen ab.

$ gpg --keyserver pool.sks-keyservers.net --search-keys max.mustermann@example.org
gpg: suche nach "max.mustermann@example.org" auf hkp-Server pool.sks-keyservers.net
(1)  Max Mustermann (Test) <mustermann@example.org>
      4096 bit RSA key 0BA2D8D6, erzeugt: 2013-11-18

$ gpg --keyserver pool.sks-keyservers.net --recv-keys 0BA2D8D6
$ gpg --edit 0BA2D8D6 trust
  5 = Ich vertraue ihm absolut

$ gpg --keyserver pool.sks-keyservers.net --search-keys johndoe@example.org
gpg: suche nach "johndoe@example.org" auf hkp-Server pool.sks-keyservers.net
(1)  John Doe (Work email) johndoe@example.org
      4096 bit RSA key 732D8994, erzeugt: 2018-04-20, verfällt: 2020-04-19
$ gpg --keyserver pool.sks-keyservers.net --recv-keys 732D8994
$ gpg --edit 732D8994 trust
  5 = Ich vertraue ihm absolut 

3.) Backup erzeugen und verschlüssen

Das kurze bash Script sammelt Dateien von icinga2 und icingaweb, erzeugt einen mysqldump, packt alles zusammen und verschlüsselt es zum Schluss. Alle Schritte sind im Script kommentiert. Bitte lesen sie unbedingt auch die Hinweise in der icinga2 Dokumentation zu diesem Thema.

#!/bin/bash

DATE=`date +%Y%m%d%H%M`

# Backup script for icinga2 and icingaweb2
# Choose which parts will be backed up.
BACKUP_ICINGA2=true
BACKUP_ICINGAWEB2=true
BACKUP_MYSQL=true
ENABLE_ENCRYPTION=true
DELETE_OLD_FILES=true

# Backup target dir
BACKUPDIR=/data/icinga2_backup

# Backup retention time. Files will be deleted after 14 days
RETENTION_TIME=14

# Icinga2 settings
ICINGA2FILES="/etc/icinga2 /var/lib/icinga2 /etc/default/icinga2"

# Icingaweb2 settings
ICINGAWEB2FILES="/etc/icingaweb2 /usr/share/icingaweb2"
HTTPD_ETCDIR="/etc/apache2"

# mysql settings
MYSQL_DATABASES="mysql icinga icingaweb director"
MYSQL_ETCDIR="/etc/mysql"
MYSQL_DUMP="$BACKUPDIR/tmp/icingaMysqlDump.sql.gz"

# encryption settings
GPG_RECIPIENT=icingabackup

# Ensure Backupdir exists
[ ! -d $BACKUPDIR ] && mkdir -p $BACKUPDIR/tmp

# Add icinga2 folders
if [ $BACKUP_ICINGA2 = true ]; then
  BACKUPFILES+=" $ICINGA2FILES"
fi


# Add icingaweb2 folders
if [ $BACKUP_ICINGAWEB2 = true ]; then
  BACKUPFILES+=" $ICINGAWEB2FILES"
  BACKUPFILES+=" $HTTPD_ETCDIR"
fi


# Add my folders and mysqldump
if [ $BACKUP_MYSQL = true ]; then
  BACKUPFILES+=" $MYSQL_ETCDIR"
  if [ ! -z "$MYSQL_DATABASES" ]; then
    mysqldump --create-options --databases ${MYSQL_DATABASES} | gzip > $MYSQL_DUMP
    BACKUPFILES+=" $MYSQL_DUMP"
  fi
fi

# make archive
TAR=$BACKUPDIR/icingaBackup_${DATE}.tar.gz
if [ ! -z "$BACKUPFILES" ]; then
  # Archive all files and delete mysqldump
  tar -czf $TAR $BACKUPFILES 2> /dev/null && [ -e $MYSQL_DUMP ] && rm $MYSQL_DUMP
fi

# encrypt archive
if [ $ENABLE_ENCRYPTION = true ]; then
  gpg --encrypt --recipient icingabackup $TAR && rm $TAR
fi

# delete everything older than 14 days
if [ $DELETE_OLD_FILES = true ]; then
  find $BACKUPDIR -mtime +$RETENTION_TIME -exec rm \{\} \;
fi

4.) Cron

Um das Backupscript jeden Tag auszuführen kopiert man es auf den Server und trägt es im crontab ein:

root@icingaMaster# crontab -e
  @daily /root/backup_icinga2.sh

5.) Decrypt

Da beim verschlüsseln alle User der Gruppe icingabackup berechtigt wurden kann jeder aus dieser Gruppe die Dateien wieder entschlüsseln.

gpg –output icinga2Backup.tar.gz –decrypt icinga2Backup.tar.gz.gpg

 

Christoph Niemann

Autor: Christoph Niemann

Christoph hat bei uns im Bereich Managed Service begonnen und sich dort intensiv mit dem internen Monitoring auseinandergesetzt. Seit 2011 ist er nun im Consulting aktiv und unterstützt unsere Kunden vor Ort bei größeren Monitoring-Projekten und PERL-Developer-Hells.

MariaDB Upgrade von 10.0.x auf 10.2.x in 10 einfachen Schritten

Ein Upgrade von verschiedenster Software ist von Zeit zu Zeit nötig. So auch von MariaDB. Der Folgende Blogpost ist ein Leitfaden für ein normales Upgrade.

Wenn man noch MariaDB 10.0.x im Einsatz hat und möchte nun auf 10.2.x ist dies in der Regel kein Problem. Es gibt jedoch ein paar wenige Punkte auf die man dabei achten sollte.


  • Ab MariaDB 10.1.x  können unter “/etc/mysql/conf.d” keine speziellen Parameter mehr für Multi-Instanzen angeben werden. Hier wurden in der Vergangenheit beispielsweise Parameter gespeichert, die man mit einem Config-Management Tool verwaltet hat und man nicht wollte, dass mehrere Server die gleichen Parameter bekommen. Bei manchen Setups kann dies etwas aufwendig werden, aber es gibt keinen Weg drum herum.
  • ich empfehle vorher auf jeden Fall ein Backup der Konfigurationsdateien und der Datenbanken anzufertigen.
  • Unbedingt erst die Slaves upgraden, dann die Master. Denn:
    Master MariaDB 10.0.x <=> Slave MariaDB 10.2.x funktioniert
    Master MariaDB 10.2.x <=> Slave MariaDB 10.0.x funktioniert nicht 
  • Es haben sich zwischen den Versionen verschiedene Default Parameter der DBs geändert. Es sollten also auch die Changelogs für die jeweils wichtigsten Parameter geprüft werden.

Sofern oben genannte Punkte berücksichtigt wurden, kann das eigentliche Upgrade vorbereitet werden. Als Zwischenschritt, empfehle ich MariaDB 10.1.x zu installieren, um eventuell anfallende Abhängigkeiten mitzunehmen:

  1. Parameter aus /etc/mysql/conf.d anpassen
    Wichtig dabei, auch die Instanznummerierungen [mysqldX] auszukommentieren 

    #[mysqld1]
    # * Basic Settings
    #read_only = 1
    #[mysqld2]
    # * Basic Settings
    #read_only = 1
  2. Datenbank Instanz(en) stoppen
    Mutli-Instanzen stoppen mit:

    mysqld_multi stop X
  3. Pins aus /etc/apt/preferences.d/mariadb.pref entfernen (oder die Datei löschen)
    rm /etc/apt/preferences.d/mariadb.pref
  4. Upgrade vorbereiten
    /etc/apt/sources.list.d/mariadb.list

    deb http://mirror2.hs-esslingen.de/mariadb/repo/10.1/ubuntu xenial main
    deb-src http://mirror2.hs-esslingen.de/mariadb/repo/10.1/ubuntu xenial main
  5. Upgrade durchführen
    Allgemein:

    apt-get update && apt-get upgrade

    mariadb-server upgraden

    apt-get upgrade mariadb-server
  6. Das gleiche nun nochmal mit der Version 10.2.x
    /etc/apt/sources.list.d/mariadb.list

    deb http://mirror2.hs-esslingen.de/mariadb/repo/10.2/ubuntu xenial main
    deb-src http://mirror2.hs-esslingen.de/mariadb/repo/10.2/ubuntu xenial main
  7. Upgrade dürchführen
    Allgemein:

    apt-get update && apt-get upgrade

    mariadb-server upgraden

    apt-get upgrade mariadb-server mysql-common
  8. Die Instanz(en) nun wieder anstarten
    Multi Instanzen werden gestartet mit:

    mysqld_multi start X
  9. Datenbank Upgrade durchführen
    Für eine Instanz: 

    mysql_upgrade

    Für multi-Instanzen:

    for sock in /var/run/mysqld/mysqld_33*.sock ; do mysql_upgrade -S $sock ; done
  10. Aufräumen
    dpkg -l | grep maria

    Hier kann alles entfernt werden, was mit “rc” gekennzeichnet ist. 

    apt-get purge $alte-mariadb-versionen && apt-get autoremove

 

Nun sollten die Instanzen alle mit der aktuellen MariaDB 10.2.x laufen. Dieser Artikel ist nur ein Vorschlag, wie das Upgrade durchgeführt werden kann. Letztendlich kann es sein, dass in Einzelfällen noch Pakete nachinstalliert werden müssen. Ein mir bekannter Kandidat ist zum Beispiel: libmariadb3

Marius Gebert

Autor: Marius Gebert

Marius ist seit September 2013 bei uns beschäftigt. Er hat im Sommer 2016 seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration absolviert und kümmert sich nun unter anderen um den Support und die Entwicklung unserer NWS Produkte. Seine besonderen Themengebiete erstrecken sich vom Elastic-Stack, über die Porgrammiersprache Ruby bis hin zu Puppet. Seine Freizeit verbringt Marius gerne an der frischen Luft und ist für jeden Spaß zu haben.

Serveradministration mit ISPConfig 3

Für Administratoren die sich nicht viel mit der CLI (Command Line Interface) beschäftigen wollen, gibt es die Administrationssoftware ISPConfig 3, eine Open-Source Software für Linux.

Dieses Tool ermöglicht eine umfangreiche Verwaltung von einem oder mehreren Server durch ein webbasiertes Front-End, welches jedoch vorher über die CLI installiert wird. 🙂

Die Installation kann sowohl auf physischen sowie auf virtuellen Servern erfolgen und unterstützt werden die Distributionen:

  • Debian 5 – 9 (empfohlen)
  • Ubuntu 8.10 – 17.10 (empfohlen)
  • CentOS 5.2 – 7
  • Fedora 10 und 12  20
  • OpenSUSE 11.1 – 13.1

Die Zugriffsebenen teilen sich auf den Administrator, Wiederverkäufer und Kunden ein. Kunden und Wiederverkäufer können auf der Weboberfläche einfach über Kunden > Kunde/Reseller hinzufügen, hinzugefügt werden.

Automatisierte Installation der Konfigurationsoberfläche und der jeweiligen Server-Dienste wie E-Mailserver, Webserver, DNSserver, Dateiserver, Datenbankserver, vServer und XMPP Server durch einen Script, machen es dem unerfahrenen Linux Benutzer um einiges einfacher. Über die Oberfläche lassen sich Webseiten mit letsencrypt wie aus Magie kostenlos mit gültigen Zertifikaten signieren.

Unterstützte werden die Daemons:

  • HTTP: Apache2 und nginx
  • SMTP: Postfix
  • POP3/IMAP: Courier und Dovecot (1.2.x)
  • FTP: PureFTPd
  • DNS: BIND und MyDNS
  • Datenbank: MySQL
  • Statistiken: Webalizer und AWStats
  • Virtualization: OpenVZ

 

Quick-Guide für Ubuntu und Debian

Bitte nur auf einem frischen Server ohne jegliche Vorinstallationen ausführen um Probleme zu vermeiden.

Vorbereitung

apt-get update && apt-get -y upgrade
apt-get install -y unzip 
cd /tmp
wget --no-check-certificate -O installer.tgz "https://github.com/servisys/ispconfig_setup/tarball/master"
tar zxvf installer.tgz

Installation

cd *ispconfig*
bash install.sh

Die Installation erfolgt dann durch Beantwortungen von Fragen im auswählbaren Experten- oder Standartmodus, dazu gehört auch die Wahl zwischen der Einrichtung von einem Master- oder Slaveserver (Automatisiert nur im Expertenmodus und nur unter Debian).

Shall this server join an existing ISPConfig multiserver setup (y,n) [n]: y

Beispielsweise wird als erstes auf Server1 eine Masterinstallation durchgeführt, danach muss auf Server2 bei einer Slaveinstallation der Hostname und die dazugehörigen Datenbankinformationen des Server1, nach der bejahten Frage ob bereits ein Multiserver setup existiert, eingetragen werden. Der Rest wird dann im Hintergrund automatisch erledigt.

Weitere Informationen und Features zum ISPConfig 3: klick mich

Demo ISPConfig 3: klick mich

Nach der Installation erspart man sich als Admin einiges an Tipparbeit und vermeidet dadurch fatale Konfigurationsfehler.

Ufuk Sentuerk

Autor: Ufuk Sentuerk

Ufuk ist seit 2015 bei NETWAYS. Er macht seit September eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Sein Interesse für Computer war schon im Grundschulalter groß. In seiner Freizeit spielt Ufuk außerdem gern Gitarre oder verbringt die ein oder andere Stunde beim Lauftraining.