Es gibt einen ganzen Haufen Müll im Weltraum den man praktischerweise nicht sieht und sich aus diesem Grund wenig Gedanken darum macht. Das Inter-Agency Space Debris Coordination Committee (IADC) überwacht im Moment ca. 80000 Objekte ab der Größe eines Fußballs. Nimmt man kleinere Teile inklusive Partikel in der Größe mehrerer Millimeter hinzu, gehen Schätzungen mittlerweile von mehreren Millionen Teilchen in verschiedenen Umlaufbahnen aus. Durch eine Art Domino Effekt (Kessler Syndrome) nimmt ab einer kritischen Masse die Menge sogar automatisch zu. Dies geschieht, wenn Gegenstände aufeinander prallen, explodieren und dadurch weitere Teile entstehen.

Der Großteil des Mülls besteht aus Mission Related Objects (MRO, Raketenstufen, Halterungen usw.) oder ausgedienten, havarierten Gegenständen wie beispielsweise Satelliten – Seit den 50er Jahren ist nur noch jeder 7. Satellit aktiv. Teilweise verlieren Astronauten auch mal einen Pinsel zum lackieren von Hitzeschildern oder verrückte Nationen feuern Projektile auf Satelliten die dann weitere Kleinteile freisetzen. Natalie Panek vergleicht in Ihrem TED Talk unseren Umgang mit dem Weltall mit dem Mount Everest. Auch er hat die zweifelhafte Ehre einer der höchsten Mülllagerstätten der Welt zu sein nach dem man Jahrelang Ausrüstungsgegenstände auf ihm abgeladen hat.

Warum ist das jetzt wichtig und was hat das mit IT zu tun?

Ein Großteil unseres Alltags und wie die Welt funktioniert hängt davon ab. Kommunikation, Fernsehen, Wetter, Erdbeobachtung oder Positionsbestimmung ist abhängig von einer funktionierenden Infrastruktur in den Umlaufbahnen. Fallen hier wichtige Teile aus sind Transportwege in Gefahr, Frühwarnsysteme für Umwelt funktionsunfähig (z.B. Waldbrände) und viele Annehmlichkeiten fallen weg . Es gibt Aussagen, dass im Durchschnitt zwei Kurskorrekturen pro Jahr für Satelliten notwendig sind um Weltraumschrott auszuweichen. Bei der ISS kommt das noch häufiger vor.

Da der Weltraummüll eine allgemeine Gefahr darstellt wird fieberhaft an einer Lösung gearbeitet – oder zumindest an einer Eindämmung. Die widrigen Bedingen und die hohen Finanziellen aufwände machen es allerdings nicht besonders einfach bestehenden Müll zu reduzieren. Die Trägerrakete Falcon Heavy von SpaceX kann z.B. mit recyclingfähigen Boostern ausgestattet werden welche nach Verbrauch wieder zur Erdoberfläche zurückgebracht werden. Neben dieser Revolution schoss man allerdings gleich einen Tesla in einen Mars Orbit: Again what learned!

Damit man sich einfach mal ein Bild von der Sache machen kann, gibt es Tools wie http://stuffin.space

 

 

Marius Hein

Autor: Marius Hein

Marius Hein ist schon seit 2003 bei NETWAYS. Er hat hier seine Ausbildung zum Fachinformatiker absolviert, dann als Application Developer gearbeitet und ist nun Leiter der Softwareentwicklung. Ausserdem ist er Mitglied im Icinga Team und verantwortet dort das Icinga Web.