Egal ob GitLab-CE oder GitLab-EE, es stellt sich die Frage, ob self-hosted oder vielleicht sogar als GitLab as a Service (im Folgenden GaaS genannt). Unterschiede gibt es bei diesen beiden Varianten genug. Doch wo sind die gravierendsten Unterschiede in diesen beiden Varianten, was ist das richtige für wen? Diese Fragen möchte in dem folgenden Blogpost beantworten.

 

 

Zeitaufwand

Fangen wir mit dem zeitlichen Aufwand an. Eine GitLab Instanz zu installieren, kann schon einmal etwas Zeit in Anspruch nehmen. Installation, Konfiguration, Wartung, etc, aber auch das Bereitstellen eines Systems (Hardware Server oder VM und eventuell sogar Storage), kann hier mehrere Stunden dauern. Im direkten Vergleich hierzu steht GaaS gehostet in unserem NWS Portal. Nach bestellen einer Gitlab-CE oder GitLab-EE App, dauert es ca 10 Minuten bis alle Funktionen installiert und konfiguriert sind und GitLab einsatzbereit ist.

Umfang

Bei der self-hosted Variante hat man natürlich alle Freiheiten, die ein Administrator der Anwendung haben sollte. Die Instanz kann mit allen gewünschten Features erweitert und somit sehr stark individualisiert werden. Man hat die Auswahl ob man gerne AutoDevOps mit Kubernetes oder GitLab Runner für das Ausführen von Build Jobs haben möchte.

In der GaaS Lösung ist es so, dass hier direkt ein GitLab Runner mit ausgeliefert wird, sodass ohne Verzögerung erste Jobs laufen können. Eine Umstellung auf AutoDevOps ist jedoch auch möglich. Ebenso bringt diese Variante alle standardmäßigen Features mit, die GitLab so haben sollte. Individuelle Features können leider nicht ohne weiteres hinzugefügt werden, da diese durch das NWS Team geprüft, getestet und für alle Kunden zur Verfügung gestellt werden müssen.

Backups

Wer GitLab nutzt möchte natürlich auch Backups seiner Daten und Arbeiten erstellen. GitLab selbst bietet hier die Möglichkeit Backups aller Daten zu erstellen und diese entsprechend auf dem Server zu speichern. Regelmäßiges Warten dieser Backups ist nötig, da diese Backups je nach Größe der Instanz entsprechend Speicherplatz verbrauchen.

NWS bietet hier etwas mehr Komfort, denn um Backups muss sich hier nicht gekümmert werden. Das System erstellt automatisch jede Nacht Snapshots der Apps und auf Wunsch können auch Tagsüber Snapshots erstellt werden, zum Beispiel wenn Änderungen vorgenommen werden sollen und ein zusätzliches Backup gewünscht ist.

Updates

Regelmäßig werden durch GitLab Updates veröffentlicht. Im normalen Zyklus geschieht dies jeden Monat am 22.ten, jedoch werden zwischendrin auch Security Updates oder Bug Fixes veröffentlicht. Als Administrator vertraut man Updates nicht immer und möchte diese vorher Testen, bevor sie in der Produktionsumgebung eingespielt werden. Hier ist ein Testsystem von Nutzen.

In der GaaS Lösung ist dies automatisch der Fall. Nach Veröffentlichung eines Updates wird in verschiedenen Phasen getestet:

  1. Lokales starten der neuen GitLab Instanz
  2. Starten in der Testing Umgebung
  3. Upgrade einer “veralteten” Instanz in der Testing Umgebung
  4. Starten in der Produktionsumgebung
  5. Upgrade einer “veralteten” Instanz in der Produktions Umgebung

Erst wenn diese 5 Phasen durchlaufen sind, werden Wartungsmails verschickt und die neue Version wird für alle Nutzer live genommen.

TLS

TLS ist aus der heutigen Zeit nicht mehr weg zu denken. Zertifikate sind jedoch unter Umständen etwas teurer. GitLab bietet hier jedoch die Möglichkeit, mittels Letsencrypt TLS Zertifikate für die jeweilige Instanz zu generieren. Sowohl in der Self-Hosted Variante als auch bei GaaS ist dies recht einfach. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass in der NWS Plattform lediglich ein Haken gesetzt werden muss, um eben diese Verschlüsselung zu aktivieren.

Self-Hosted

sed -i "/letsencrypt\['enable'\] = true/d" /etc/gitlab/gitlab.rb
sed -i "s#^external_url 'https://.*#external_url 'https://$YOUR_DOMAIN'#g" /etc/gitlab/gitlab.rb
gitlab-ctl reconfigure

GaaS

Monitoring

Monitoring ist ebenso ein essenzieller Bestandteil von Produktionsumgebungen. Bei der selbstständig gehosteten Lösung muss sich hier eigenständig darum gekümmert werden. Welches Tool hierzu verwendet wird, bleibt jedem selbst überlassen, wir empfehlen aber Icinga 2.
Mit der GaaS Lösung kommt ein Monitoring automatisch mit. Zwar ist dies für die Kunden nicht einsehbar, jedoch werden alle Funktionen der Instanz durch unser Support Team überwacht.

Fazit

Welche Variante für einen selbst nun die richtige muss jeder für sich entscheiden. Wenn man GitLab selbst hosted, hat man absolute Kontrolle über die Instanz. Backups, Updates, Ressourcen, es kann selbständig über die Dimensionen entschieden werden und man ist etwas flexibler als in der GaaS Lösung. Jedoch ist in eben dieser der Vorteil, dass Backups, Updates, sowie Konfiguration und Support von den Mitarbeitern von NWS übernommen werden. GitLab kann in NWS 30 Tage kostenlos getestet werden, probiert es also einfach mal aus – testen

Marius Gebert

Autor:

Marius ist seit September 2013 bei uns beschäftigt. Er hat im Sommer 2016 seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration absolviert und kümmert sich nun um den Support unserer Hostingkunden. Seine besonderen Themengebiete erstrecken sich vom Elastic-Stack bis hin zu Puppet. Auch an unserem Lunchshop ist er ständig zu Gange und versorgt die ganze Firma mit kulinarischen Köstlichkeiten. Seine Freizeit verbringt Marius gern an der frischen Luft und wandert dabei durch die fränkische Schweiz