OSMC 2016Auch dieses Jahr begann für mich wieder mit Tag 0, dem Workshop-Tag. Ich durfte Thilo bei einem voll ausgebuchten “Advanced Graphing”-Workshop assistieren, während nebenan Lennart und Thomas einen sehr praktischen “Icinga 2”-Workshop auf Basis der Beispiele aus ihrem Buch hielten. Für den Elastic-Stack waren David und Simon vor ebenfalls vollem Haus tätig, während Michi in entspannter Kleingruppe seine Teilnehmer in das Arbeiten mit Git eingewiesen hat. Und wie immer ging es nach den Workshops nahtlos weiter mit Fachsimpelei beim Abendessen und der anschließender Feuerzangen-Bowle auf dem Nürnberger Christkindles-Markt.

So richtig los ging Tag 1 dann wie immer mit Bernds Begrüßung, bei der sich schon zeigte, dass wir dieses Jahr mit über 300 Teilnehmern einen neuen Besucherrekord vorweisen konnten. Aus seiner Begrüßung stammt auch das Zitat, das ich als Titel für den diesjährigen Konferenzbericht gewählt habe. Zusätzlich zur eigentlichen Begrüßung stellte Bernd auch ganz stolz Netways Web Services vor, unsere neue Software-as-a-Service-Plattform vor. Aktuell zum freien Ausprobieren kann ich jedem empfehlen zumindest mal einen Blick darauf zu werfen, wer noch einen externen Satelliten für seine “Icinga 2”-Umgebung sucht. Und natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen James Fryman zum Geburtstag zu gratulieren.

Dieses Jahr fiel es mir wirklich durchgängig schwer mich für einen Talk zu entscheiden, daher empfehle ich jedem gleich vorweg gespannt auf das Konferenz-Archiv zu warten, um nicht nur das Wichtigste aus Vorträgen, die ich mir angeschaut habe mitzubekommen, sondern aus allen. Für den ersten Vortrag fiel meine Wahl auf Monica Sarbu mit “Monitor your Infrastructure with Elastic Beats” um mich über die aktuelle Entwicklung der Beats zu informieren. Interessant war auch wie die verschiedenen Beats genutzt werden können um relativ einfach Monitoring-Informationen aus Containern rauszubekommen. Eine Aufgabe, die ich doch als herausfordernd betrachte. Zusätzlich gab es nebenbei viele weitere nützliche Informationen, so kann beispielsweise Elasticsearch nun effektiver auch als “Timeseries Database” genutzt werden.

James Fryman hatte mit “Metrics are for chumps – Understanding and overcoming the roadblocks to implementing instrumentation” nicht nur wieder sein Talent für die Namensgebung eines Vortrags bewiesen, sondern hat es mit seiner humorvollen Art geschafft klar aufzuzeigen warum Metriken ein grundlegendes Feature sein sollten. Denn ohne Metriken lässt sich keine Aussage über Kapazität, Verbesserung oder Verschlechterung treffen und man muss sich auf Intuition oder Glück verlassen. Seine Präsentation enthielt nebenbei noch Tipps wo man Metriken abgreifen sollte, wie man Dev und Ops dazu bekommt die Wichtigkeit von Metriken zu verstehen und vieles mehr, wie immer sehr sehens- und hörenswert.

Tom hatte zu seinem Vortrag “Ein Jahr mit dem Icinga Director” volles Haus woran sich das Interesse an der graphischen Konfiguration ablesen lies. Von der einfachen Installation über manuelle Nutzung, Automatisierung, Agent-Deployment bis zum Ausblick auf geplante Features war alles in einer Stunde geboten. Ich denke mal nach dem Vortrag war nicht nur ich vom Director begeistert. Wenn man dann noch weiß wie viel Differenz zwischen offizieller und tatsächlicher Entwicklungszeit liegt, möchte man Tom doch glatt mit einem Gläschen oder auch Fläschchen Wein für weitere Features in Nachtarbeit motivieren! 😉

Nach der wie jedes Jahr üppigen Stärkung ging es für mich weiter mit Gerhard Laußer und “Open Monitoring Distribution 2016+”. Ein kurzer historischer Abriss und schon ging es zur OMD Labs Edition in die Consol die ganzen modernen Tools wie InfluxDB, Grafana und Icinga 2 integriert, so dass auch diese einfach als Teil von OMD zu installieren sind. Die Edition 2016 bringt dann noch zusätzlich Ansible für Neuinstallation, Update, Plugin-Verteilung und Inter-Site-Connections und den “Livestatus Multi Daemon” der Cache, Aggregierung, Sortierung und Formatierung für verschiedene Livestatus-Installationen bietet sowie Prometheus für Cloud-Monitoring.

Michael Medin gab uns in “Automated monitoring with Icinga and NSClient++” zusätzlich zum eigentlichen Thema Pro-Tipps zum Thema Präsentation. Allein die Neuerungen der letzten und nächsten Versionen aufzuzählen würde wohl den Rahmen sprengen. Interessant ist der von Michael angestrebte Paradigmen-Wechsel von aktiven Abfragen zu passivem Real-Time-Monitoring inklusive Metriken und automatischer Konfiguration.

Dieses Jahr mal was neues für mich, denn statt dem Vortrag des Icinga-Projekts wollte ich Shlomi Zadok zu “Security & Compliance automation and reports with Foreman” sehen, schließlich hat man nicht immer die Chance den Entwickler (in diesem Fall des Foreman-OpenSCAP-Plugins) persönlich zu hören. Neben der allgemeinen Erklärung was Foreman so ist, ging es natürlich primär um Compliancereports, welche ich bereits vor einer Weile in einem Blogpost behandelt habe. Die geplanten Erweiterungen klingen genau wie meine Wunschliste: Mehr Informationen und Anpassen der Profile in der Oberfläche sowie Ausführen der Remediation-Skripte via Remore Execution.

Natürlich will ich dem geneigten Leser auch die Neuigkeiten rund um Icinga nicht verschweigen. Fangen wir klein an mit dem überarbeiteten Dashboard, Performance-Verbesserungen in “Icinga 2″s Datenbankschnittstelle, Support für die “Icinga 2”-API als Kommandotransport in Icinga Web 2 sowie Verschönerungen wie die Möglichkeit Ankündigungsbanner zu schalten. Und machen groß weiter mit dem Cube, der Datawarehouse-Funktionalitäten für Icinga Web 2 bringt, sowie dem aktualisierten Businessprocess Module.

Nach dem Konferenztag geht es nun zur Abendveranstaltung in die Indabahn um gemeinsam der Völlerei zu frönen und sich weiter zum Thema Monitoring auszutauschen. Es werden sicher wieder die verschiedensten Personen und Projekte zusammenfinden und ich werde versuchen morgen zu berichten.

Hier mal ein paar erste Eindrücke:

 

Dirk Götz

Autor: Dirk Götz

Dirk ist Red Hat Spezialist und arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting für Icinga, Nagios, Puppet und andere Systems Management Lösungen. Früher war er bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als Senior Administrator beschäftigt und auch für die Ausbildung der Azubis verantwortlich.