Da ich schon von einigen Leuten gefragt wurde, wie ich denn zum Programmieren gekommen bin, erzähle ich hier nun von meinen Anfängen als Programmierer. Und das ist jetzt keineswegs als Anleitung für all Jene anzusehen die gerne Programmieren lernen wollen, sondern ist lediglich ein Beispiel wie es funktionieren kann. In diesem Text werde ich den Begriff “Programmieren” etwas weiter fassen: Ich lasse hier auch das Skripten unter den Begriff fallen und hoffe damit Niemandem vor den Kopf zu stoßen.

Begonnen mich mit diesem Thema zu befassen habe ich vor etwa 7 Jahren. Damals war ich gerade mal 11 Jahre alt und habe nahezu meine gesamte Freizeit mit Computerspielen verbracht.

Eines dieser Computerspiele war Multi Theft Auto (kurz MTA), eine Multiplayer-Applikation für GTA San Andreas. In diesem Spiel ist es möglich eigene Gamemodes in der Sprache LUA zu skripten. Dies reizte mich besonders, da das Skripten einem ein großes Spektrum an Möglichkeiten bietet, in das Spielgeschehen einzugreifen.

Alleine in ein so großes Thema einzusteigen ist immer schwer, vor allem wenn man keinen Schimmer hat, wo man anfangen soll. Glücklicherweise bin ich bei meiner Suche auf die von anderen Spielern veröffentlichten Skripte gestoßen, durch die ich mich dann mühsam durchgearbeitet habe. Dies wurde dadurch erleichtert, dass die meisten dieser Skripte unverschlüsselt, also Open Source, waren. Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt kein Wort Englisch konnte, was das lernen „ein wenig“ verkomplizierte.

Da ich denn Sinn von Funktionen nicht an deren Namen erkennen konnte, nahm ich meinen damaligen besten Freund, den Google-Übersetzer zur Hilfe. So hangelte ich mich Zeile für Zeile durch Skripte und versuchte durch kleine Modifikationen deren Funktion zu verstehen. Irgendwann fing ich dann an Skripte umzuschreiben und an meine Bedürfnisse anzupassen, wobei mir auch ein deutschsprachiges MTA-Scripting-Forum und das zu MTA gehörige Wiki sehr gut zur Seite standen.

Circa zwei Jahre später, war ich in der Lage eigene Skripte, zugegebenermaßen nicht mit der besten Qualität, zu schreiben und hatte zudem meine Englischkenntnisse von Null aus aufgebaut und mir einen kleinen Wortschatz angeeignet.

Irgendwann entdeckte ich dann Minecraft für mich und fand einige Monate später heraus, dass es in dort ebenfalls möglich ist Gamemodes (Plugins) zu schreiben. Diesmal hatte ich jedoch keine Skriptsprache wie LUA vor mir, sondern die Programmiersprache Java.

Da ich mein Lernen eigentlich ähnlich aufbauen wollte wie bei LUA, suchte ich nach einer Quelle für Plugins. Allerdings fiel mir hier ein Problem auf: Java wird kompiliert und ist daher in der ausführbaren Version für den Menschen nicht lesbar. Zu meinem Glück fand ich heraus, dass viele Entwickler ihren Quellcode auf Github veröffentlichen und bediente mich zudem an zahlreichen Wikis.

Im Verlauf der nächsten zwei Jahre baute ich meine Java-Kenntnisse weiter aus, wagte mich aus der Plugin-Programmierung heraus in eigene Projekte, versuchte mich mit großem Interesse an den Sprachen C#, JavaScript und PHP und hatte bereits an einigen größeren Projekten Erfahrungen gesammelt. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, ich möchte das Programmieren später zu meinem Beruf machen.

Hätte es so etwas wie Open Source nicht gegeben, hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, das Programmieren so zu lernen. Aus diesem Grund bin ich umso glücklicher, am Ende bei Netways gelandet zu sein und irgendwann anderen die Möglichkeit zu geben von mir zu lernen.

Funfact: Es dauerte circa 4 Jahre, bis ich die For-Schleife kennen lernte. Ich habe keine Ahnung, wie ich es so lange ohne geschafft habe.

Noah Hilverling

Autor: Noah Hilverling

Nachdem Noah bei einer vierjährigen Exkursion nach Belgien seine Liebe zum Programmieren entdeckte, holte der gebürtige Euskirchener innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Schulabschlüsse nach. Danach verließ Noah sogar den schönen Chiemsee, um sich ab September 2016 im Rahmen der Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei NETWAYS voll und ganz dem Programmieren hinzugeben und viele unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln. Wenn er mal nicht am Programmieren und Zocken ist, brettert er mit seinem Snowboard die Pisten runter, oder schwingt sich auf sein Mountainbike.