Wieso Backups wichtig sind … hdd

Ich spreche heute ein leidiges Thema an. Eines mit dem man sich nicht so oft auseinandersetzen möchte.
Nämlich Backups.

Datenverlust und nicht wiederherstellbare Backups passieren immer nur anderen. Den Mitbewerbern, Konkurrenten und Kollegen aber nie, nie, nie einem Selbst.
Diesem Trugschluss sitzen wir alle auf bis das Handy baden geht, den Fussboden küsst oder auch es auch einfach den nicht mehr einschaltbar Tod ereilt. Dieses Beispiel ist nun auf ein tragbares Gerät gemünzt aber es betrifft auch die weniger beweglichen Rechner (welche dem Dauerbetrieb) standhalten müssen so wie Server oder Desktop Rechner. Dann sind meistens Familienfotos, Musik oder auch die Puppet Server Config, Kundendaten, Online Shops, uvm … einfach Weg. Wie bekommt man nun mit einem neuen Gerät oder auch mit dem alten (reparierten) PC wieder den vorherigen Zustand her.

“Backupsoftware” ist das Zauberwort !! Was wir ungern hören wollen und erst recht nicht installieren & verwenden wollen. Apple hat hier relativ viel getan ohne das es gewürdigt wird. In dem es TimeMachine unter die Leute gebracht hat. (Backups gab es auch schon weit vor Apple TimeMachine). Der Trick der Fruchtfirma war es unterschwellig zu implementieren in das OS. Richtig verwendet ist es eine schnelle unkomplizierte Backup Lösung. Wie sieht das nun im Linux Umfeld aus hat man hier auch eine unterschwellige implementierung ?

Unter Ubuntu gibt es das Programm ‘Backups’ welches einen ähnlichen Ansatz verfolgt wie TimeMachine. Aber kommen wir von dem privaten Ansatz mal weg. Wie sieht das im Unternehmen aus? Nun wird Niemand TimeMachine als ServerBackup Lösung verwenden wollen. Es so schöne Dinge wie Raid-Controller die es nicht in einem standard iMac 27 Zoll gibt.

Bei der Datengrössen richtiger Server Racks reden wir auch eher von automated Tape Backups und großen Storageracks im Serverrack. Hier kommt Beispielsweise Software wie Bareos in Spiel. Welche genau diesen Auftrag im Unternehmenseinsatz erledigt.

Bareos

Ich möchte aber auf etwas anderes in diesem Blogpost hinaus.
Haben wir etwas Vergessen ? … Ja, die Ausfallzeit welche immer gern unterschlagen wird.
Ausserdem ist man dazu verpflichtet Backups zu erstellen im Unternehmen ?

Nehmen wir als Szenario mal das unser Privater Arbeitsplatz Laptop ausfällt und wir haben brav mit einer Backup software auf einen Backup server ein Backup erstellt haben und dazu noch auf einer separaten 2,5″ Festplatte ein aktuelles Backup + ein startbares Rettungssystem.
Fuer alle folgenden Szenarien gilt simples Ausfallszenario:
– Ausfall der internen Festplatte/SSD.

Szenario 1: Almost worst enough case
Wir besorgen uns eine Ersatzplatte und schrauben die in unseren Laptop und starten von der externen Festplatte und spielen das Backup zurück. Im besten Fall per USB2/3.
Dann sind mit dem besorgen der Festplatte im örtlichen Elektronik markt und dem zurückspielen der Daten ca. 3-4 Stunden Ausfallzeit realistisch.
Fangen wir an das Backup per Netzwerk zurück zuspielen dann dauert dies entsprechend der Netzwerkgeschwindigkeit und der dort verwendeten WiFi Komponenten.
Totale Ausfallzeit: Max 4 Std.

Szenario 2: Even worse case
Wir haben einen Firmenlaptop, hier können wir nicht sofort selbst die Festplatte tauschen das heißt wir geben der zuständigen Abteilung den Laptop und erhalten ihn mit reparierter HDD & ggf. eingespieltem Backup zurück. “Best Case” hier wäre wir erhalten sofort ein Austauschgerät aber müssen das Backup selbst wieder einspielen.
Zeitausfall Entspricht mit ein ausgehändigtem Laptop an die IT Abteilung ggf. Einen kompletten Tag im “Best Case” 3-4 Stunden durch das zurückspielen des Backups.
Totale Ausfallzeit: Max 4-28 Std.

Szenario 3: Worst Case
Die Firma hat einen outgesourcten Dienstleister oder wir müssen den Laptop zum Hersteller einschicken wegen der Garantiereparatur. Wir eröffnen ein Support ticket und anschließende einsenden der Hardware. Bis wir Sie wieder erhalten und dem einspielen des Backups rechnen wir mit ca. 1 Woche Ausfallzeit. Im schlimmsten Fall kann so ein hin- und her sogar länger dauern. circa 2 Wochen bis man wieder einen funktionsfähigen Arbeitsrechner hat.
Totale Ausfallzeit: Max 4-120 Max 240 Std.

Nun nehmen wir die kosten einer durchschnittlichen Arbeitsstunde in Deutschland das sind 31,70 Euro.
Szenario 1 kostet demnach 126,80 Euro.
Szenario 2 kostet demnach 887,60 Euro.
Szenario 3 kostet demnach 7608 Euro.

Wenn kein Backup vorhanden ist sind die Kosten noch viel höher weil kosten für eine professionelle Datenrettung anfallen.
Kommen noch zusaetzliche 583,10 Euro Datenrettung + zeitlicher Mehraufwand 2 ½ Stunden.
Szenario 1 : 820.85 Euro
Szenario 2 : 1581.65 Euro
Szenario 3 : 8302.05 Euro

Kommen noch Auftraggeber und dritte Parteien hinzu welche auch auf unsere Arbeit aufbauen und mit denen wir Vertragliche Bindungen haben wird es wegen sicherer Rechtlicher folgen noch teurer.

Sind Unternehmen rechtlich verpflichtet Backups durchzuführen ?

Laut deutschem Recht als Verplichtung der IT-Compliance gilt folgendes :
Auszug:
“…
Was konkret das Backup-Management anbelangt, verlangt die Rechtsprechung als allgemeine Schutz- und Sorgfaltspflicht, dass regelmäßig und zuverlässig geeignete, lückenlose Datensicherungsroutinen eingesetzt werden. Dies dürfen auch externe Fachleute – wie etwa mit Wartung und Support beauftragte IT-Firmen oder Rechenzentrumsbetreiber, die im Wege der Auftragsdatenverarbeitung mit den Daten und Systemen des Unternehmens arbeiten – ohne besondere Erkundigungspflicht als Selbstverständlichkeit voraussetzen. …”

Hierbei gilt die Beweisumkehr dies heißt, dass man als Person welche den Datenausfall hat ggf. beweisen/belegen muss, dass man ein regelmässiges Backup durchgeführt hat.
Allgemeine Sorgfaltspflicht.

Fazit:

Backups sind Wichtig !! Wirklich Wichtig.
Für Privatpersonen als auch als Unternehmens backup.
Nach dem Szenario welches ich oben Beispiehaft genommen habe fallen demnach immer kosten an selbst im Almost worst enough case Szenario.
In diesem Sinne , Backup please … 🙂

Und natürlich nicht die Anmeldug zur Open Source Backup Conference vergessen!

David Okon

Autor: David Okon

Weltenbummler David hat aus Berlin fast den direkten Weg zu uns nach Nürnberg genommen. Bevor er hier anheuerte, gab es einen kleinen Schlenker nach Irland, England, Frankreich und in die Niederlande. Alles nur, damit er sein Know How als IHK Geprüfter DOSenöffner so sehr vertiefen konnte, dass er vom Apple Consultant den Sprung in unser Professional Services-Team wagen konnte. Er ist stolzer Papa eines Sohnemanns und bei uns mit der Mission unterwegs, unsere Kunden zu glücklichen Menschen zu machen.