Wie jedes Jahr laufen unsere Leitungen mit Anfragen zu Temperaturüberwachungsgeräten im wahrsten Sinne “heiß”. Auch wenn man es irgendwie ahnen konnte, dass auch dieser Sommer es ernst meinen wird, hat wohl keiner mit solch extremen Temperaturen gerechnet. Meine Temperaturanzeige im Auto hat einmal 42 Grad angezeigt – und zwar aussen. Da ist es eigentlich wirklich keine große Überraschung, wenn die eine oder andere Klimaanlage den Geist aufgibt oder mit den Anforderungen nicht mehr klar kommt. Da ist es mehr als praktisch wenn man in realtime erfährt, dass sich im Serverraum ein Desaster ankündigt und noch rechtzeitig handeln kann.

Wir haben schon seit einigen Jahren verschiedene Modelle zur Temperaturüberwachung im Angebot. Zu allen Geräten existiert ein Nagios Plugin, mit dem es einfach in das Monitoring eingebunden werden kann. Da wir oft nach Empfehlungen gefragt werden, hier unsere persönlichen Einschätzungen:

Sensatronics TempTrax

Das Gerät gibt es unverändert schon seit 5 oder mehr Jahren. Es ist ein Arbeitstier und super zuverlässig. Wir haben schon hunderte verkauft und es gab höchstens 2 oder 3 defekte Rücksendungen. Es braucht allerdings immer eine Monitoring Software, die es abfragt. Wenn Sie Nagios schon im Einsatz haben, eigentlich ideal.

MessPC

Ist das Model für das etwas kleinere Budget. Genauigkeit und Zuverlässigkeit sind OK. Spricht also auch nichts dagegen.

AKCP SP2 und SP8

AKCP ist das Gerät mit den meisten unterschiedlichen Sensoren. Selbst so exotische Dinge wie Airflow kann man damit überwachen. Es hat etwas mehr Intelligenz als die anderen Modelle und kann ohne externe Hilfe Warn-eMails verschicken, wenn eine eingestellte Schwelle überschritten wurde. Interessant auch, dass der Wassersensor auch destilliertes Wasser, wie es gerne mal aus Klimaanlagen ausläuft, erkennen kann. Andere Wassersensoren, die nur nach dem elektrischen Widerstand gehen, können das nämlich nicht. Auch sehr zuverlässig.

ALLNET 3000 und 4000

Die Featureliste des Geräts klingt toll, aber die Geräte erweisen sich in der Praxis als nicht ganz so zuverlässig. Mit fast jeder dritten Bestellung hatten wir ein Problem. Geräte waren kaputt, hatten keine konfigurierten MAC Adressen auf dem Netzwerkinterface, waren wochenlang nicht lieferbar oder die Sensoren waren sehr ungenau. Wenn es irgendwie geht, sollte man lieber eines der anderen Geräte nehmen.

Julian Hein

Autor: Julian Hein

Julian ist Gründer und Eigentümer der NETWAYS Gruppe und kümmert sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Neben seinem technischen und betriebswirtschaftlichen Background ist Julian häufig auch kreativer Kopf und Namensgeber, beispielsweise auch für Icinga. Darüber hinaus ist er als CPO (Chief Plugin Officer) auch für die konzernweite Pluginstrategie verantwortlich und stösst regelmässig auf technische Herausforderungen, die sonst noch kein Mensch zuvor gesehen hat.