disk_memeWie wird das Wetter morgen? Zieh ich mich warm an oder kann ich mich ohne Sorgen locker kleiden? Diese Entscheidung wollen wir nicht selbst treffen, wir können nur eine Vermutung aufstellen und uns dementsprechend kleiden.

Bei einer Fehlentscheidung werden wir unangenehm überrascht, der Tag wird hektisch die Laune sucht sich einen trockenen Platz im Keller und dann haben wir den Salat.

Deswegen haben wir Wetterstationen, Satellitenbilder und weitere Messstationen. Diese errechnen dann unser Wetter für den bzw. die kommenden Tag/e.

Aus diesem Grund haben wir Monitorsysteme die uns vor der bösen Überraschung, normalerweise in “Realtime” warnen. D.h. wenn das System kritisch ist, bekommen wir eine Benachrichtigung. Für eine nahezu volle Festplatte stehen wir zu unchristlichen Zeiten auf, nur um festzustellen dass 10% bei Kunde “Zefix” noch 100GB bedeuten. Das kann von Fall zu Fall gut oder schlecht sein!

99% Belegung sind definitiv negativ!

Damit komme ich zu meinem ersten Punkt: feste Schwellwerte!

Beispiel:
Eine Maschine mit 10TB Festplatte. Unser check_disk hat den Schwellwert 95%, dann bekommen wir eine kritische Meldung.
Ich denke jeder Angestellter mit gesundem Verstand, kann sagen, dass die Festplatte noch 500GB frei hat.

Nun die Frage, haben wir jetzt genug Zeit zu reagieren um unseren Kunden vor dem Ausfall zu bewahren?

Erster Fall:
JA Klar! Die Maschine steigt seit Ewigkeiten langsam an, da kann ich noch morgen früh dem Kunden eine Email schreiben, Acknowledge”

Zweiter Fall:
Oh Nein! Die Festplattenbelegung ist in den letzten Stunden rasant angestiegen, lass uns mal schnell ein paar Logfiles löschen! Wird schon wieder! Morgen schau ich mir das genauer an”

In jedem Fall läuft es auf das Gleich hinaus: wir reagieren hektisch und unüberlegt, schieben es hinaus oder im schlechtesten Fall können wir nicht mehr agieren.

Das ist der Grund weswegen wir uns auf den Wetterbericht verlassen: Wir wollen Vorbereitungen treffen, um aus den Umständen das Beste zu machen.

Glaskugeln sind gar nicht schlecht!

Wann wird Kunde “XYZ” keinen Speicher mehr haben?

Müssen wir eventuell neue Festplatten bestellen?

Ist unser Bereitschaftsdienst betroffen?

Wir wollen wissen was auf uns zukommt, um für unseren Kunden richtig agieren zu können. Checks mit “Forecast” werden gebraucht!

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An diesem Graphen können wir erkennen, dass die Steigung über zwei Zeiteinheiten anhielt. Mit dieser Steigung können wir vorhersagen, wann unser Speicherplatz eng wird. Bei gleichbleibenden Anstieg wohlgemerkt!

Welche Fragen sollten geklärt werden, bevor wir eine passende Prognose erstellen? 

1. Welches Zeitintervall werden wir prüfen? 

2. Wie decken wir kleine Peaks ab?

3. Brauchen wir eine zweite Steigung für einen kleineren Zeitabschnitt?

4. Wann soll der Check meinen Kunden oder mich benachrichtigen?

5. Wie weit im Voraus muss mein Bereitschaftsdienst benachrichtigt werden, um noch angemessen zu reagieren?

6. Bekomm ich dann nicht sogar mehr Meldungen?

7. Brauchen wir zusätzlich feste Schwellwerte? 

8. Nehmen wir immer noch 100% als Obergrenze oder doch lieber die Festplattenkapazität?

Niemand kann diese Fragen so genau beantworten, dass sie allen Anforderungen gerecht werden! Das Einzige was bleibt sind Individuelle Lösungen, für jeden Kunden, für jede Situation.

Somit muss jeder, der Prognosen haben möchte, sich intensiv mit der Thematik beschäftigen.

Aber eines ist klar: Wir wollen wissen ob morgen die Sonne scheint!

 

 

Thilo Wening

Autor: Thilo Wening

Thilo hat bei NETWAYS mit der Ausbildung zum Fachinformatiker, Schwerpunkt Systemadministration begonnen und unterstützt nun nach erfolgreich bestandener Prüfung tatkräftig die Kollegen im Consulting. In seiner Freizeit ist er athletisch in der Senkrechten unterwegs und stählt seine Muskeln beim Bouldern. Als richtiger Profi macht er das natürlich am liebsten in der Natur und geht nur noch in Ausnahmefällen in die Kletterhalle.