Puppet_LogoNachdem ich nun schon jahrelang mit Git im Puppetumfeld kämpfe, gibt es nun mit dem Ruby-Skript r10k eine wunderbar nützliche Ergänzung. Mit r10k wird das Deployment von Branches als dynamische Environments zum Kinderspiel. Stellt sich natürlich zuerst die Frage, was versteht man unter dynamischen Environments?
Gemeint ist das Hinzufügen bzw. Löschen von Environments zur Laufzeit. Nur wozu das Ganze? Wenn ich z.B. an einem Puppetmodul arbeite will ich es nicht nur lokal mit puppet apply testen, sondern auch mit einem Puppetmaster. Dieses vorgehen wird spätestens zum Muss, wenn ich Exported Resources verwende möchte.
Genug der reinen Worten, ein skizziertes Beispiel wird es verdeutlichen. Wir starten mit der Konfiguration von Puppet für die Verwendung dynamischer Environments, hierzu passen wir die puppet.conf auf unserem Master an.

[main]
modulepath=/etc/puppet/environments/$environment/modules

71px-Git-logo.svgDas Verzeichnis /etc/puppet/environments muss vorhanden sein, die untergeordneten werden von r10k automatisch nach Bedarf angelegt. Nun benötigen wir ein GIT-Repository, aus dem r10k jeden Branch in ein Environment umwandelt. Das r10k-site.git genannte Repository erzeugen wir als Remote-Repository auf unserem Puppetmaster.

# git init --bare r10k-site.git

Bevor wir dieses mit Inhalt befüllen, ist r10k noch zu installieren

# gem install r10k

und zu konfigurieren. Letzteres ist in der Datei /etc/r10k.yaml vorzunehmen.

:cachedir: /var/cache/r10k
:sources:
  puppet:
    remote: "/var/repositories/r10k-site.git"
    basedir: /etc/puppet/environments

:purgedirs:
  - /etc/puppet/environments

Neben einem Cache-Verzeichnis, wird hier mit remote das Remote-Repository angegeben und das Verzeichnis, in das wir jeden Branch als Environment bauen lassen möchten. Mit purgedirs sorgen wir dafür, dass gelöschte Branche auch als Environment wieder entfernt werden.
Nun wählen wir uns einen Ort für ein git clone von r10k-site.git aus. In diesem legen wir dann die gewünschten Branches an, die dann zu den von uns gewünschten Environments zusammen gebaut werden. Jeder Branch muss hierbei eine Datei Puppetfile enthalten, in der wir, die in diesem Environment einzubauenden Module angeben.

forge "http://forge.puppetlabs.com"

mod "puppetlabs/stdlib", "3.2.2"

mod "tomcat",
  :git => "git@github.com:lbetz/puppet-tomcat.git",
  :ref => "0.3.2"

Ruft man nun das Ruby-Skript auf unserem Host auf dem r10k konfiguriert ist, z.B. mit

# r10k deploy environment -p

auf, werden alle Branches mit den in Puppetfile angegebenen Modulen als eigenes Environment nach basedir geschrieben. Die Option -p sorgt jeweils für erforderliche Updates der Module. Ein bestimmtes Environment kann mit

# r10k deploy environment <env_name> -p

erstellt werden. Packt man diese Aufrufe in einen Git-Hook, z.B. post-update, werden die Environments bei jedem Update des Repositories automatisch aktualisiert, angelegt oder gelöscht.

Lennart Betz

Autor: Lennart Betz

Der diplomierte Mathematiker arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting und bereichert seine Kunden mit seinem Wissen zu Icinga, Nagios und anderen Open Source Administrationstools. Im Büro erleuchtet Lennart seine Kollegen mit fundierten geschichtlichen Vorträgen die seinesgleichen suchen.