Icinga 2: Distributed Monitoring

Ich weiß Windows und ich passen nicht zusammen, da aber in dieser Woche mehrfach an verschiedener Stelle die Frage aufkam ob oder wie man sich das Icinga2-Cluster-Demo-Setup auf seinem heimischen bzw. firmeneigenen Windows-Computer anschauen kann, wollte ich die Frage hier gleich mal öffentlich beantworten.

Aber bevor ich zur eigentlichen Antwort auf die Frage wie komme, möchte ich kurz die Fragen was und warum beantworten auch wenn sie gar keiner gestellt hat.

Was beinhaltet das Demo-Setup? Das Setup besteht aus zwei virtuellen Maschinen mit CentOS6 auf denen immer der aktuelle Entwicklungsstand von Icinga 2 und Icinga Web 2 läuft. Hierbei ist eine Maschine der zentrale Master, der die Konfiguration hält und somit auch die Anlaufstelle für den Admin wäre, die zweite bekommt vom Master ihre Konfiguration zugewiesen und macht die eigentlich Überwachungsarbeit. Damit ordentlich was zu sehen ist kommen hier zufällige Checks zum Einsatz, so dass im Webinterface auch nicht immer alles grün ist. Entstanden ist das ganze als Demo für die Cebit und wurde dann weiterentwickelt und veröffentlicht um leichter Feedback zu sammeln.

Warum funktioniert das ganze auch unter Windows? Grundlage hierfür ist natürlich Virtualisierung in diesem Fall Virtualbox. Die Arbeit erleichtert hierbei nochmal Vagrant, das sich darum kümmert das Image herunterzuladen und es anschließend mittels Puppet in die gewünschte Form zu bringen. Und damit man die Konfiguration hierfür nicht einzeln herunterladen muss und alles einfach aktualisiert werden kann liegt alles in einem Git-Repository. Und all diese Komponenten gibt es tatsächlich auch für Windows!

Und nun zum alles entscheidenden Wie. Als Ausgangsbasis dient ein Windows auf dem man Rechte hat Software zu installieren. Wer das nicht auf seinem firmeneigenen System darf, bemüht hierfür den zuständigen Kollegen. Als erstes wird Virtualbox installiert, einfach mit dem Standardeinstellungen durch das Setup durchgehen und den Treiberinstallationen und ähnlichen Änderungen am System zustimmen. Danach das gleiche für Git und Vagrant. Wer sich mit der Software auskennt kann natürlich die von ihm gewünschten Optionen einstellen, aber wer einfach nur dazu kommen möchte die Demo anzuschauen für den reichen die Standardeinstellungen.

War die Installation der Software erfolgreich und wurde das System bei Bedarf einmal neugestart, kann es weitergehen. Im Startmenü findet sich die “Git Bash”, diese einfach per Klick öffnen. In diese Textkonsole werden dann die folgenden Befehle eingegeben:

$ git clone https://github.com/Icinga/icinga-vagrant.git
$ cd icinga-vagrant/icinga2x-cluster
$ vagrant up

Der letzte Befehl lädt dann das Image für die virtuellen Maschinenen herunter macht dieses innerhalb von Vagrant bekannt, erstellt daraus erst ein System und konfiguriert dieses, danach dann das zweite. Wer sich mit Puppet auskennt kann hier genau verfolgen was passiert, aber auch wer es nicht tut kann anhand der Ausgaben Installation und Konfiguration nachvollziehen. Sobald die Installation abgeschlossen ist kann man sich mit vagrant ssh icinga2a auf den Master bzw. vagrant ssh icinga2b auf den Satelliten einloggen. Zu root wird man mit sudo -i ohne Passwort. Auf das Webinterface greift man mit einem Browser seiner Wahl über die Portweiterleitung zu, so dass der Master unter http://localhost:8085/icingaweb und der Satellite unter http://localhost:8086/icingaweb erreichbar ist. Hierbei macht der Internet Explorer evtl. Probleme mit seinen Einstellungen welchen Seiten er denn vertrauen soll, da ich mich hiermit nicht rum schlagen wollte, empfehle ich die Verwendung eines anderen Browsers.

Ich hoffe dies kommt nun keinem wie Hexenwerk vor auch wenn es so einfach ist und da es für den Benutzer so einfach ist haben wir Vagrant sogar zum Schulungsthema erhoben. In dem Sinne allen Windowsnutzern viel Spaß mit der Icinga2-Cluster-Demo und Michi nochmal Danke für die investierte Arbeit.

P.S. Wer beim anschauen Fehler findet erstellt bitte ein Ticket auf icinga.org. Sobald dieses dann bearbeitet wurde, können mit git pull und vagrant provision die Demo-Systeme aktualisiert werden.

Dirk Götz

Autor: Dirk Götz

Dirk ist Red Hat Spezialist und arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting für Icinga, Nagios, Puppet und andere Systems Management Lösungen. Früher war er bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als Senior Administrator beschäftigt und auch für die Ausbildung der Azubis verantwortlich.