Archive for November, 2003

Billigere Kredite bei geprüfter IT-Sicherheit

Die typischen Zinsnachlässe bewegen sich zwischen 0,3 und 1,0 Prozent

Unternehmen werden von den Banken günstigere Firmenkredite eingeräumt, wenn sie über ein anerkanntes Zertifikat für ihre IT- und Internet-Sicherheit verfügen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung unter 114 Firmenkundenberatern aus Finanzinstituten durch die Security for Business GmbH (S4B). Für 38 Prozent der befragten Bankvertreter hat ein Sicherheitsnachweis “in jedem Fall” einen positiven Einfluss auf die Zinskonditionen, weitere 43 Prozent würden “möglicherweise” Nachlässe gewähren. Zwei von fünf Firmenkundenberatern sind in diesem Fall zu Nachlässen von bis 0,5 Prozent bereit, weitere 16 Prozent würden die Kreditzinsen um bis zu 1,0 Prozent reduzieren. Jeder zehnte Bankvertreter sieht sogar einen Ermäßigungsspielraum von über einem Prozent. In deutlicher Mehrheit verweisen die Bankmitarbeiter darauf, dass die Sicherheitsbedingungen von Unternehmen eine wachsende Bedeutung bei der Gewährung von Krediten und den Zinskonditionen spielen.

“Die Banken wissen selbstverständlich, dass deutlich geringere Kreditrisiken bestehen, wenn die Firmen-kunden über sichere technische Verhältnisse verfügen”, erläutert Erich Zimmermann, Geschäftsführer der S4B, die Ergebnisse. “Durch die neuen Kreditrichtlinien nach Basel II sind sie sogar dazu verpflichtet, in ihrem Rating die Security-Bedingungen der Unternehmen zu berücksichtigen und mögliche Risiken durch höhere Zinsen auszugleichen.”

Bewerten Sie bei Firmenkrediten die Sicherheitsverhältnisse der Unternehmen?

gehört zur Standardbewertung: 17%
hat eine wachsende Bedeutung: 72%
hat keine große Bedeutung: 11%

Hat es positive Einflüsse auf die Zinskonditionen bei Firmenkrediten, wenn Unternehmen über ein anerkanntes Sicherheitszertifikat für ihre IT- und Internet-Sicherheit verfügt?

auf jeden Fall: 39%
möglicherweise: 43%
nein: 18%

Sofern günstigere Zinskonditionen auf jeden Fall oder möglicherweise eingeräumt werden: In welcher Größenordnung sind Nachlässe möglich?

bis 0,2%: 17%
bis 0,5%: 38%
bis 1,0%: 16%
über 1,0%: 11%
keine Zinsnachlass: 18%

(Quelle: Security for Business GmbH – S4B)

NETWAYS führt Gespräche im Bundestag

Berlin – Um das politische Gewicht kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zu steigern, reisten 6 Vertreter des Nürnberger Unternehmensnetzwerks noris.tech Mittwoch und Donnerstag zu einem eintägigen Abgeordnetenbesuch nach Berlin. In der Abgeordnetenkantine des Reichstags führten sie Gespräche mit Günther Gloser (SPD), Christine Scheel (Bündnis 90 / Grünen), Horst Schmidtbauer (SPD), Dr. Rainer Stinner (FDP) und Dagmar Wöhrl (CSU). Am Rande des Treffens erhielt sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder einen kurzen Einblick in die Ziele des Netzwerks und sagte spontan einem weiterführenden Dialog zu.

Die Delegation unterbreitete den Abgeordneten konkrete Vorschläge zur Überwindung des Lehrstellenmangels. “Großunternehmen, die zu wenig Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, müßten ausbildungswillige Kleinunternehmen unterstützen” forderte Roland Weiniger, Vorsitzender der noris.tech, “Dadurch werden wirtschaftliche Lenkungseffekte erzielt und die Gesamtwirtschaft nicht belastet.”

Vor dem Hintergrund der aktuellen Kreditvergabepraktiken der Banken und Basel II wurde die dünne Kapitalausstattung vieler KMUs oder das Hausbankrecht bei öffentlichen Förderprogrammen diskutiert. Julian Hein, Geschäftsführer der NETWAYS GmbH: „Zwischen der Förderung von Minigründungen und den großen Summen im industriellen Mittelstand, gibt es für kleine und mittlere Dienstleistungsunternehmen kaum Finanzierungshilfen.“.

Änderungen wünschen sich die Unternehmer auch bei den Zugangsvoraussetzungen für öffentliche Ausschreibungen, die kleine Unternehmen unangemessen benachteiligen. „Selbst bei sehr kleinen Aufträgen, wird oft ein Umsatz von 10 Mio. Euro und mehr als Teilnahmevoraussetzung gefordert. “Das begünstigt große Konzerne und ist nicht verhältnismäßig.“ sagt Konstantin Böhm, Geschäftsführer der Ancud GmbH.

Neben diesen Schwerpunkten, wurden viele weitere Einzelthemen erörtert, konkrete Gemeinschaftsaktionen geplant und weitere, regelmäßige Treffen vereinbart, die einen kontinuierlichen Austausch zwischen noris.tech und den Abgeordneten ermöglichen sollen. Bereits für Anfang des nächsten Jahres ist eine ähnliche Veranstaltung im Bayrischen Landtag geplant.

Anzahl der gespeicherten Daten verdoppelte sich in drei Jahren

“Im Jahr 2002 wurden 5.000.000.000.000.000.000 Bytes oder 5 Exabytes an neuer Information gespeichert”, lautet das Hauptergebnis einer Studie der University of California in Berkeley. Damit ließen sich eine halbe Million Bibliotheken von der Größe der US-Kongressbibliothek bestücken, haben die Forscher um die Professoren Peter Lyman und Hal Varian ausgerechnet. Im Jahr 1999 wurden nach Schätzungen des Teams zwischen zwei und drei Exabyte an Daten generiert.

Die große Mehrheit (92 Prozent) der Neuzugänge ist auf magnetischen Medien, meist Festplatten, gespeichert. Die Wissenschaftler erwarten, dass die Menge der neu gespeicherten Informationen derzeit jährlich um 30 Prozent wächst. Daraus entsteht laut Lyman eine deutliche Veränderung der menschlichen Wechselbeziehungen: “Alles ist öffentlich, alles ist gespeichert.”

Die jetzt vorgelegte Studie enthält allerdings weder Angaben über die Qualität der Informationen noch darüber, wie Firmen und Privatpersonen ihre Informationsquellen aussuchen. In einem weiteren Schritt will Lyman untersuchen, wie mit der Datenflut umgegangen und wie sie genutzt wird.

Die Anzahl der gespeicherten Bytes ist im Übrigen nicht identisch mit der tatsächlich produzierten Menge an elektronischer Information. Elektronische Medien (TV, Radio, Telefon und Internet) erzeugen 3,5 mal so viele Daten wie 2002 gespeichert wurden. Allein im Internet dürften nach Schätzung der Forscher 172 TB öffentlich zugänglich sein. Obwohl das Wissen digital erzeugt wird, scheint die Menschheit auf Papier nicht verzichten zu können. Die Forscher fanden heraus, dass auch die Anzahl der auf Papier gespeicherten Informationen zwischen 1999 und 2001 um jährlich 36 Prozent anwuchs. US-Amerikaner liegen beim Verbrauch an der Spitze: Sie konsumieren jährlich 11.916 Blatt Papier, Bürger der EU nur 7280.

Windows XP Service Pack 2 entfernt Nachrichtendienst

Microsoft plant bei der Installation von Service Pack 2 für Windows XP den ins Betriebssystem integrierten Nachrichtendienst Messenger abschalten und dafür die Netzwerkfirewall per Default aktivieren. Diese Pläne gab Microsoft auf einer Entwicklerkonferenz bekannt. Außerdem soll die RPC API überarbeitet werden, um den Zugriff auf lokale Ressourcen

Der Messenger Dienst, der in letzter Zeit vor allem zur Versendung von PopUp Spam missbraucht wird, wurde ausserdem von Firmen nur sehr selten und von Privatanwendern gar nicht genutzt.

Gartner Studie: Keine Kosteneinsparung durch lange PC-Nutzung

Unternehmen sparen keine Kosten, wenn sie den Lebenszyklus ihrer PCs über drei Jahre hinaus verlängern. Die Kosten bleiben gleich – egal ob ein PC die empfohlenen drei Jahre oder bis zu sechs Jahre genutzt wird. Dies hat das US-Marktforschungsunternehmen Gartner in einer so eben veröffentlichten Untersuchung über die jährlichen TCO (Total Cost of Ownership) von Desktopsystemen herausgefunden.

Obwohl bei längerer Nutzung keine direkten Kosten für neue Hardware oder Software anfallen, entstehen indirekte Kosten durch mangelnde Produktivität und Ausfallzeiten. Außerdem werden die meisten Leistungen nicht in den TCO bewertet. Die Angestellten eines Unternehmens können gute Leistungen aber vor allem mit schnelleren, neuen Computern erbringen. Daher sollte laut den Experten von Gartner der Trend zu einer Verkürzung der PC-Lebenszyklen gehen. Sie empfehlen den Unternehmen einen Vier-Jahres-Zyklus für normale PC-Nutzer und einen Drei-Jahres-Zyklus für Hochleistungsnutzer. Sogar fünf Jahre sind möglich, wenn es sich um Systeme mit festen Anwendungen handelt, die begrenzt ausgelastet sind und sich wenig verändern.

Auf der Kostenseite entdeckten die Analysten, dass einige Grundkosten für den Einsatz von Arbeitsplatzcomputern zwar in den jährlichen TCO enthalten sind, der Großteil der Kosten es jedoch nicht ist. Beispielsweise sind die Produktivitäts- und Zusatzkosten nicht in den TCO inbegriffen, aber sie haben einen wichtigen Einfluss auf den geeigneten Lebenszyklus der Arbeitsplatz-PCs. Auch sollten höhere Migrationskosten in die TCO einbezogen werden, wenn aufgrund der kürzeren Einsatzdauer von PCs die Betriebssysteme häufiger wechseln.